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Der Name des 1308
erstmals als "Wilr" erwähnten Sandweiers
leitet sich wahrscheinlich von "Villare" ab, der
Bezeichnung für eine Ausbau-Siedlung, einen
"Weiler". Die Kirche Sandweier gehörte zur
Straßburger Diözese.
Die Schreibweise des Namens änderte sich im
Laufe der Jahrhunderte von Santwiler (Weiler im
Sand) bis zur heutigen Schreibweise.
Sandweier war einem größerem Ort,
Iffezheim, unterstellt und bildete bis 1571 mit
Iffezheim eine politische und wirtschaftliche
Einheit.
Der Ort hatte ab 1571 eine eigene Gerichtsbarkeit,
die sich aus dem Schultheißen und aus
angesehenen Bürgern zusammensetzte. Sie
wachten über die Einhaltung der
dörflichen Ordnung und übten im Ort die
niedere Gerichtsbarkeit aus. Delikte, die über
Wald- und Feldfrevel, Raufhändel u.ä.
hinausgingen, gelangten vor das Vogtei-Gericht.
Politisch und ökonomisch waren Sandweier und
Iffezheim auch nach 1571 weiterhin verbunden, da
die Trennung sich anscheinend nicht so recht
durchsetzte und auch die 1514 selbstständig
gewordene Kirche Sandweiers ab 1634 wieder nach
Iffezheim kam.
Die beiden Gemeinden besaßen neben
gemeinsamen Wäldern und Viehweiden auch
gemeinsame Produktionsbetriebe wie die Mühlen
und die Ziegelei.
Um 1700 sind mehrere Bewohner nach Ungarn
ausgewandert. 1753 hatte Sandweier 368
Einwohner.
1791 gab es eine Sägemühle zwischen
Sandweier und Iffezheim, erbaut von Wilhelm
Brenneisen nach holländischer Art, als
Windmühle.
Mit Beginn des 18. Jahrhunderts begann die Kirche
Sandweiers wieder nach Unabhängigkeit zu
streben, wohl auch getrieben durch die
Unzufriedenheit mit den Iffezheimer Pfarrern. So
verfügte 1769 der Fürstbischof Rohan von
Straßburg die endgültige Trennung der
Kirchen Iffezheim und Sandweier.
1901 wurde ein neues Schulhaus errichtet, heute als
Grundschulgebäude benutzt.
1971 wurde die neue Hauptschule erbaut.
1982 wurde die Rheintalhalle Sandweier
eingeweiht.
Heute ist Sandweier eine aufstrebende moderne
Gemeinde mit zahlreichen mittelständischen
Handwerksbetrieben und einigen Kieswerken. Durch
seine gute Infrastruktur ist Sandweier als
Wohngebiet sehr gefragt. So entstanden in den
letzten Jahren große, attraktive
Neubaugebiete.
Sehenswert:
Katholische Kirche
Erbaut von 1835-1837 nach Plänen von Johann
Ludwig Weinbrenner, Neffe von Friedrich
Weinbrenner. Hier wird die Heilige Walburga
verehrt. Die Lebensgeschichte der Heiligen Walburga
finden sie hier >
Autobahnkirche St. Christophorus
Markantes und architektonisch ausdrucksvolles
Bauwerk auf der Gemarkung Sandweier 1976-1978
errichtet. Mehr darüber hier >
Das Heimatmuseum
Das Museum befindet sich im ehemaligen, unter
Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach
erbauten, Jagdhaus von 1602, das im 19. Jahrhundert
umgebaut und erweitert wurde. Die beiden Räume
im Erdgeschoss sind dem Thema Jagd gewidmet. Neben
alten Einrichtungs- und Ausstattungsobjekten
befinden sich dort zahlreiche Hirsch- und
Rehgeweihe sowie Tierpräparate, außerdem
Jagdgewehre und andere Gegenstände, die zur
Jagdausrüstung gehören. Das Obergeschoss
zeigt eine heimatgeschichtliche Sammlung mit
archäologischen Funden, Dokumenten zur
Ortsgeschichte, Sakralkunst und Zeugnissen der
Volksfrömmigkeit sowie bäuerliche
Haushaltsgegenständen. Dem Jagdhaus
angeschlossen ist ein Ökonomiegebäude mit
landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen
des vorindustriellen Handwerks.
Heimatmuseum, Römerstraße 24
Telefon 07221-181373 (Museum), 07221-52714 (Fritz
Gantner)
Geöffnet: April bis Oktober, am 1. Sonntag im
Monat von 14-17 Uhr und nach Vereinbarung
Schule Sandweier
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