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Spätes Mittelalter
Unter der
Herrschaft der Markgrafen von Baden erhielt der zu
Römerzeiten beliebte Kurort Aquae Aureliae
eine neue Bedeutung und erlebte zwischen dem 13.
und 17. Jahrhundert eine zweite Blütezeit.
Um als Residenz der Markgrafen, die von Baden aus
begannen, ihren Territorialstaat am Oberrhein
aufzubauen, zu beeindrucken, entwickelte sich eine
rege Bautätigkeit: Die Burg Hohenbaden (Altes
Schloss) und das untere Schloss (Neues
Schloss) wurden errichtet.
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Das Neue
Schloss - Westansicht (Stich aus dem 17.
Jahrhundert)
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Eine Stadtmauer wurde gezogen, innerhalb derer
Kirchen, Wohnhäuser, Handwerksbetriebe,
Gastwirtschaften, Herbergen, Badehäuser und
ein Rathaus geschaffen wurden.
Durch die Vielzahl an Rechten, die den Markgrafen
zustanden, wurden u.a. Handwerk und Handel
begünstigt. Durch den dauerhaften Einzug des
Markgrafen Christoph I. in das Neue Schloss im
Jahr 1479 wurde die Bäderstadt zum politischen
Zentrum des Landes Baden.
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Das
mittelalterliche Baden-Baden mit
Stadtmauer und den Stadttoren. (Plan:
Wolfgang Peter)
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Mehr
über die ehemaligen Stadttore
Unter Markgraf Christoph I. (1475-1515) wurde 1488
eine Regelung des Badelebens formuliert, 1507 eine
Stadtordnung erlassen und die Kurtaxe
eingeführt.
Im 16. Jahrhundert waren 12 Badehäuser mit 389
Badekästen in Betrieb. Es wurden jährlich
3000 Badegäste gezählt, die das heilende
Wasser gegen Gicht, Rheuma und andere Beschwerden
anwendeten.
Die positive Entwicklung der Stadt soll allerdings
nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch
schwere Schläge zu verkraften waren, wie z.B.
die der Pest im Jahr 1349 oder die Auswirkungen der
Reformation, des Bauernkriegs 1524/25 und
letztendlich des Dreißigjährigen Krieges
(1618-1648).
Ständige Streitereien der Fürsten und
Könige um Besitztümer und politischen
oder kirchlichen Einfluss prägten die Epoche.
Ein überspannter päpstlicher
Herrschaftsanspruch und die weltliche Haltung der
Päpste führten 1517 dazu, dass Martin
Luther seine 95 Thesen, die sich mit dem
christlichen Glauben und dessen Verbreitung durch
die katholische Kirche befassten,
veröffentlichte, was heftige Reaktionen
auslöste, die in eine Zersplitterung des
Reiches in katholische und protestantische
Glaubensangehörige führten.
Auch die Markgrafen von Baden wurden davon
betroffen. Im Jahr 1535 wurde die Markgrafschaft in
eine badische Linie, die katholisch war, und eine
Linie Baden-Durlach, die dem Protestantismus
angehörte, geteilt. Als Folge der
Reformationsbewegung muss der längste Krieg in
der deutschen Geschichte, der von 1618-1648
wütete, betrachtet werden.
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Baden-Baden
vor der Verwüstung von 1689. Im
Hintergrund das Alte Schloss, das um 1600
durch Brand zerstört wurde
(Grafik von Wolfgang Peter nach einem
Stich von Merian)
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Katholische und protestantische Fürsten
standen sich als Feinde gegenüber. In einer
Vielzahl mörderischer Schlachten wurde nicht
nur eine Unzahl an Menschen getötet, sondern
auch der gesamte Wohlstand im Deutschen Reich
vernichtet. Nach dem Westfälischen Frieden im
Jahr 1648, der dem Gemetzel ein Ende setzen sollte,
bedienten sich die Franzosen und die Schweden, die
ebenfalls maßgeblich an den kriegerischen
Untaten teilgenommen hatten, an deutschem Land und
behielten einen dauernden politischen Einfluss,
weil sie sich als Garanten dieses Friedens
sahen.
Der Residenz Baden blieb kaum Zeit sich von den
Folgen dieses Krieges zu erholen.
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Zerstörung
von Schloss und Stadt Baden-Baden 1689.
(Stich nach Merian)
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Der Hunger der Franzosen nach weiteren deutschen
Gebieten und größerem politischen
Einfluss war noch nicht gestillt. Ludwig XIV., der
Sonnenkönig, führte in den Jahren 1674 -
1714 im ganzen Oberrheingebiet weitere Kriege.
Diese Lüsternheit führte am 24. August
1689 zum zweiten Niedergang des Kurorts. Die Stadt
wurde von französischen Soldaten bis auf die
Grundmauern niedergebrannt. Mehr über den
Stadtbrand finden Sie hier...
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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