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Anton Rubinstein

  Illustration von Wolfgang Peter
  nach einer zeitgenössischen Vorlage

BADEN-BADEN   Kultur
Anton Rubinstein (1829-1894)

Am 28. November 1829, unserer Zeitrechnung, wurde der geniale russische Pianist in der westlichen Ukraine in der Nähe Baltas geboren. Im Kindesalter erhielt er Klavierunterricht durch seine Mutter und hatte mit 10 Jahren bereits seinen ersten öffentlichen Auftritt, der immerhin so beeindruckend und viel versprechend gewesen sein muss, dass er mit seinem damaligen Lehrer zur weiteren Ausbildung nach Paris fuhr. Dort unterrichtete ihn Franz Liszt. Das musikalische Wunderkind unternahm bis zum Jahr 1843 eine ausgedehnte Konzertreise durch England, Holland, Skandinavien Deutschland und Österreich und studierte anschließend zwei Jahre in Berlin. Wien und Pressburg waren die nächsten Stationen seines Lebenswegs, bis er 1848 nach Russland zurück kehrte und sich in Sankt Petersburg niederließ.

Der 18jährige Anton Rubinstein gab nicht nur erfolgreich Konzerte, sondern begann eine zweite Karriere als Komponist. Während einer weiteren Konzertreise präsentierte er auch eigene Kompositionen einem begeisterten Publikum. Erfolg und Ruhm waren ihm sicher, zumal er alle Musikstücke ohne Notenvorlage auf einfühlsamste Art spielte.

1858 erfolgte die Ernennung Artur Rubinsteins zum Hofpianisten und Dirigenten der Hofkapelle in Sankt Petersburg.

Anton Rubinstein war 33 Jahre alt, als er das kaiserliche Konservatorium in Sankt Petersburg gründete und dessen Leitung übernahm. In dieser heute noch hoch angesehenen Musikakademie wurden weltberühmte Musiker, unter ihnen die Komponisten Tschaikowsky, Prokofieff und Schostakowitsch, ausgebildet.

In den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts hielt sich Anton Rubinstein auch in Baden-Baden auf. Die damalige "Sommerhauptstadt Europas" beherbergte eine Vielzahl hochkarätiger Künstler, die nicht nur das kulturelle Leben der Stadt bereicherten, sondern auch dafür sorgten, dass weitere Künstler die Kurstadt besuchten. Anton Rubinstein begeisterte mit seinem außergewöhnliches Können in Konzerten im Hause
Pauline Viardots und war häufiger Gast Clara Schumanns.

Seine letzte große Konzertreise unternahm er 1867.

Zwanzig Jahre später leitete er nochmals für drei Jahre das Sankt Petersburger Konservatorium und lebte danach in Dresden.

Während seines letzten Aufenthalts in Sankt Petersburg starb Anton Rubinstein am 20. November 1894. Sein jahrzehntelanges künstlerisches Wirken hat nicht nur einer Vielzahl von Musikliebhabern den Hochgenuss seines einzigartigen, hoch virtuosen Klavierspiels ermöglicht, sondern der Nachwelt auch ein umfangreiches Kompositionswerk, das von einer immensen Fülle an Klavierwerken, über Klavierkonzerte, Symphonien und Oratorien bis hin zu Opern reicht, hinterlassen.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden



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