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BADEN-BADEN Geschichte
Robert Gerwig (1820-1885)
Robert Gerwig wurde am 2. Mai 1820 in Karlsruhe
geboren. Er arbeitete nach dem Besuch der
großherzoglichen polytechnischen Schule, der
heutigen Universität Karlsruhe, zuerst im
Straßenbau dann schuf er in der Region in
schwierigem Gelände neue Straßen, wie
zum Beispiel von Gütenbach nach Furtwangen
oder von Vöhrenbach nach Unterkirnach. 1850
gründete er in Furtwangen die erste deutsche
Uhrmacherschule, um die Uhrenproduktion in diesem
"Armenhaus" Badens anzukurbeln. 1852 begann er an
der Schule eine Uhrensammlung zusammenzutragen,
woraus sich dann das Deutsche
Uhrenmuseum
entwickelte. Er leitet diese Schule bis 1857.
Anschließend war er vor allem mit dem Bau von
Eisenbahnen beschäftigt: Die Badische
Hauptbahn im Abschnitt
Waldshut-Schaffhausen-Singen-Konstanz, die Strecke
Waldshut-Koblenz AG, die Schwarzwaldbahn von
Offenburg nach Singen, die Höllentalbahn
(Freiburg-Neustadt) und die Nordrampe der
Gotthardbahn wurden nach seinen Plänen gebaut.
Zu seinen "Spezialitäten" gehörte dabei,
dass große Steigungen durch
großzügige Schleifen und Kehrtunnel
vermieden wurden.
Politisch war Gerwig als Abgeordneter im badischen
Landtag aktiv und später im Reichstag, wo er
dann auch wesentlich am Bau des
Reichstagsgebäudes in Berlin beteiligt
war.
Er wurde zum außerordentlichen Mitglied der
Königlich Preussischen Akademie des Bauwesens
in Berlin ernannt. Robert Gerwig starb am 6.
Dezember 1885 in Karlsruhe.
In Baden-Baden wurde in den Jahren 1868-1871 der
Friedrichsstollen nach seinen Plänen gebaut.
Der Friedrichstollen ist ein Stollen der
Baden-Badener
Themalquellen.
Die Gesamtlänge des Bauwerks mit allen
Seitenstollen beträgt ca. 160 m. Es ist zum
Großteil mit Natursandstein und Klinker
gemauert und führt zum Quellgebiet im
Florentienerberg. Dort wird das Thermalwasser aus
verschiedenen Quellen gefasst, das mit Temperaturen
zwichen 64° und 70° aus einer Tiefe von
ca. 2000 m emporsteigt.
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