|
Richard Wagner
(1813-1883)
Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 als Sohn des
Juristen Friedrich Wagner und seiner Frau Johanna
in Leipzig geboren. Nachdem Friedrich Wagner im
November 1813 gestorben war, heiratete seine Witwe
im Jahr 1814 den Schauspieler und Porträtmaler
Ludwig Geyer, woraufhin die Familie nach Dresden
zog. Nach dem Besuch der Kreuzschule in Dresden
kehrte Richard Wagner 1827 nach Leipzig
zurück, um bis 1831 am dortigen
Nicolai-Gymnasium unterrichtet zu werden. Mit 18
Jahren nahm er am musiktheoretischen Unterricht der
Universität Leipzig teil. Erste Kompositionen
entstanden.
1833 wurde er Kapellmeister in Würzburg. Nach
Zwischenstationen in Magdeburg und Königsberg
wurde Richard Wagner 1837 Musikdirektor in Riga.
Zwischenzeitlich hatte er die Schauspielerin
Wilhelmine Planer geheiratet. Wegen hoher Schulden
flüchtete Richard Wagner aus Riga und kam
über Dänemark, Norwegen und London nach
Paris, wo er erstmals Franz von Liszt begegnete.
1842 wurde die vierte seiner bis dahin komponierten
Opern "Rienzi" in Dresden mit großem Erfolg
uraufgeführt, weswegen Richard Wagner zum
Kapellmeister in Dresden ernannt wurde. Im Jahr
darauf folgte die Uraufführung der Oper "Der
fliegende Holländer".
Richard Wagners Zeit in Dresden endete, als er
wegen der Teilnahme an den Maiaufständen des
Jahres 1949, deren Auslöser die badische Revolution gewesen war, fliehen musste. Mit
Franz von Liszts Hilfe gelangte er in die
Schweiz.
In der rastlosen Zeit seines Exils verfasste er
kulturpolitische Schriften, setzte sich kritisch
mit dem deutschen Theaterwesen auseinander und
begann den "Ring der Nibelungen" zu
konzipieren.
1860 kam Richard Wagner nach Baden-Baden, um bei
der späteren deutschen Kaiserin Augusta von
Preußen, die regelmäßig im Sommer
im Maison Meßmer logierte, um Aufhebung der gegen
ihn nach wie vor bestehenden Sanktionen
nachzusuchen.
In den Folgejahren war Richard Wagner, inzwischen
amnestiert, häufiger Gast im Haus der
berühmten Sängerin Pauline
Viardot-Garcia
in Baden-Baden. Er reiste aus Paris, Wien oder
München an, wo er seit 1864 mit
Unterstützung des bayerischen Königs
Ludwig II. lebte und arbeitete.
Seinem Schüler und Freund Hans von Bülow hatte er die Stelle eines
Kapellmeisters in München vermittelt. Dieser
bereitete die Uraufführung der Wagner-Oper
"Tristan und Isolde" vor, während sich seine
Frau Cosima, eine Tochter Franz von Liszts,
für ein Leben mit Richard Wagner
entschied.
Die kostenaufwendigen Operproduktionen, Richard
Wagners aufwendiger Lebensstil und sein von der
Gesellschaft missbilligtes Verhältnis zu
Cosima von Bülow führten 1866 zur
Ausweisung Richard Wagners aus München.
In der Nähe von Luzern lebte Richard Wagner,
der 1870 die geschiedene Cosima von Bülow
geheiratet hatte, bis ihm die Stadt Bayreuth Land
zum Bau eines Operhauses anbot.
Konkurrentin zu Bayreuth war Baden-Baden, wo
bereits in den 1860er Jahren der Gedanke
aufgekommen war, ein Festspielhaus für Richard
Wagners Opern zu bauen, was beim Stadtrat
großen Zuspruch erfuhr Letztendlich entschied
sich Richard Wagner, der Stadt Bayreuth den Vorzug
zu geben. Im Jahr 1872 war der Grundstein zum
Festspielhaus gelegt worden, 1876 erfolgte mit der
Uraufführung des "Ringes der Nibelungen" die
feierliche Eröffnung.
Geldprobleme hatten Richard Wagner sein ganzes
Leben lang begleitet, weswegen immer wieder
Gönner und Gönnerinnen aushelfen mussten.
Das änderte sich auch nicht nach der
Eröffnung des Bayreuther Festspielhauses,
dessen kostenintensive Produktionen Richard Wagner
zwangen, Konzerte zu geben, um mit deren
Erlösen eine Begleichung seiner Schulden
anzugehen.
Im September 1882 zog Richard Wagner wegen
Herzproblemen nach Venedig, wo er am 13. Februar
1883 starb. Beigesetzt wurde der eigenwillige
Künstler, der eine ganze Epoche geistig
mobilisiert hat, im Garten der Wagner-Villa
Wahnfried in Bayreuth.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
|