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Giacomo Meyerbeer

  Abb.: Wolfgang Peter

 

BADEN-BADEN  Kultur
Giacomo Meyerbeer (1791-1864)


Das abwechslungsreiche Leben des Giacomo Meyerbeer begann am 5. September 1791, als er in einem Reisewagen, der seine Mutter von Berlin nach Frankfurt bringen sollte, bei Tasdorf in der Nähe Berlins geboren wurde. Jacob Liebmann Meyer Beer hieß der Junge, der in einer der wohlhabendsten jüdischen Familien Berlins aufwuchs. Sein bald entdecktes musikalisches Talent wurde durch Klavierunterricht gefördert und Jacob Beer wurde zum Wunderkind und einem der besten Pianisten des damaligen Berlins.

Seine weitere musikalische Ausbildung führte ihn nach Darmstadt, wo er etliche Jahre in Kompositionslehre unterrichtet wurde und Freundschaft mit
Carl Maria von Weber schloss.

Verschiedene Oratorien und Opern in deutscher Sprache waren bereits entstanden, als Jacob Beer 1815 zur Vertiefung seiner Kenntnisse nach Italien reiste, wo der ein Jahr jüngere
Gioacchino Rossini gerade dabei war, der italienischen Oper neue Impulse zu verleihen.

Von diesem Zeitpunkt an nannte er sich - italienisch anmutend - Giacomo Meyerbeer, was die Schlussfolgerung nahe legt, der Künstler habe ein ausgeprägtes Gespür für zeit- und bedarfsgerechtes Handeln gehabt. Diese Schlussfolgerung wird untermauert durch den Erfolg, den die sechs Opern, die er zwischen 1815 und 1824 in Italien schrieb, erzielten. Jede nachfolgende wurde vom Publikum besser aufgenommen als die voran gegangene und die letzte Oper "Il Crociato in Egitto" hinterließ einen sensationellen Eindruck. Innerhalb weniger Jahre wurde sie an allen bedeutenden Spielstätten Europas aufgeführt und machte Giacomo Meyerbeer zum gefeierten zeitgenössischen Komponisten, womit er zum ernst zu nehmenden Konkurrenten Gioacchino Rossinis geworden war.

1826 heiratete Giacomo Meyerbeer Minna Mosson und kam im selben Jahr nach Paris, wo er Opern in französischer Sprache für die Grand Opéra komponierte.

In dieser Zeit entwickelte sich Baden-Baden zum "Faubourg", zum Stadtteil, der französischen Hauptstadt und so blieb es nicht aus, dass sich das Ehepaar Meyerbeer ebenfalls in der Kurstadt aufhielt. Eines der fünf Kinder des Paares, Bianca, wurde 1830 in Baden-Baden geboren.

Es scheint, als habe sich Giacomo Meyerbeer damals zwischen Berlin, Baden-Baden, Paris und umgekehrt bewegt. 1831 wurde das monumentale Musikwerk "Robert le Diable" in Paris uraufgeführt, womit die französische Oper für den Rest des Jahrhunderts definiert worden war. 1832 übernahm Giacomo Meyerbeer das Amt des Hofkapellmeisters in Berlin. 1835 schrieb er in Baden-Baden den größten Teil seiner Oper "Die Hugenotten", die wiederum in Paris, und zwar im Jahr 1836, uraufgeführt wurde. 1842 wurde er zum Generalmusikdirektor der Königlichen Oper in Berlin bestellt und 1846 ließ er sich endgültig in Paris nieder.

Giacomo Meyerbeer komponierte nicht nur Opern, sondern auch Lieder, Romanzen, sakrale Musik, Orgelmusik und Konzerte, die alle aufmerksam verfolgt wurden und erfolgreich waren, allerdings nicht an den Erfolg seiner Opern herankamen. Der Erfolg der Meyerbeerschen Opern veranlasste
Richard Wagner 1850 zu einem Schmähaufsatz über das Jüdische in der Musik, in welchem Giacomo Meyerbeer direkt mit der Unterstellung, in den Opern geschäftliche Gesichtspunkte den künstlerischen Gesichtspunkten überzuordnen, angegriffen wurde. Giacomo Meyerbeers Opern blieb der Erfolg jedoch weiterhin bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sicher.

Der Komponist selbst starb am 2. Mai 1864 in Paris und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Berlin bestattet. Seine letzte Oper "L'Africaine" wurde dem Pariser Publikum erstmals 1865 vorgestellt.

Von Rika Wettstein, Baden-Baden


Giacomo Meyerbeer

Giacomo Meyerbeer
Die Hugenotten (Gesamtaufnahme)
Label: Decca (Universal)
Komponist: Giacomo Meyerbeer
Künstler: Sutherland/Te Kanava/Bionynge
Audio CD (CD-Anzahl: 4)


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