BADEN-BADEN Geschichte
Karl
von Baden (1786 - 1818)
Der einzige Sohn des badischen Erbprinzenpaares
Karl Ludwig und Amalie wurde am 6. August 1786 in
Karlsruhe geboren. Er wuchs mit sechs Schwestern
auf und wurde seiner künftigen Position
entsprechend erzogen, was ihn laut Berichten von
Chronisten zu einem einsamen, unsicheren und
unverstandenen Heranwachsenden werden
ließ.
Als Karl von Baden 15 Jahre alt war, starb sein
Vater. Sein Großvater Markgraf Karl Friedrich
und seine Mutter Amalie waren für die weitere
Entwicklung des jungen Erbprinzen verantwortlich.
Unter anderem hielten sie eine Verlobung mit der
bayerischen Prinzessin Auguste für angebracht.
Zu einer Hochzeit sollte es jedoch nicht kommen, da
der im Jahr 1804 zum französischen Kaiser
gekrönte Napoléon eine Ehe seiner
Nichte Stéphanie
de Beauharnais mit
Karl von Baden als erstrebenswert betrachtete und
im April 1806 die Hochzeit im prunkvollen Stil in
Paris ausrichten ließ.
Der erste Eindruck, den der 19jährige Erbprinz
auf Stéphanie, die zwischenzeitlich von
Kaiser Napoléon adoptiert worden war, und
den französischen Hofstaat machte, ließ
erahnen, dass die Ehe der beiden jungen Menschen
nicht problemlos verlaufen konnte.
Tatsächlich frönte Karl,
mittlerweile Erbgroßherzog, seinem
Junggesellenleben weiter, während seine junge
Gemahlin das Leben und Treiben am
französischen Hof vermisste. Erst
allmählich, auch unter Druck Kaiser
Napoléons, fanden die jungen Eheleute
zusammen.
Das Jahr 1811 bedeutete für Karl von Baden,
das Erbe seines Großvaters anzutreten und als
zweiter Großherzog die Regierung des Landes
Baden zu übernehmen. 1812 wurde das zweite
Kind des großherzoglichen Paares geboren. Der
ersehnte Stammhalter lebte allerdings nur einige
Tage. Sein Schicksal bewegt bis in die heutige Zeit
in Form von Spekulationen um den geheimnisvollen
Kaspar Hauser die Gemüter.
Die Vorherrschaft des französischen Kaisers in
Europa neigte sich ihrem Ende zu. Seine
verheerenden Feldzüge, denen auch badische
Untertanen zum Opfer fielen, bescherten ihm keine
Siege mehr. Großherzog Karl widersetzte sich
der Aufforderung der Verbündeten gegen Kaiser
Napoléon, sich von seiner Frau zu
trennen.
In den Jahren 1814 und 1815 berieten die
europäischen Fürsten in Wien über
eine Umgestaltung Europas. Großherzog Karl
war mit von der Partie und kümmerte sich
offensichtlich nicht nur um das politische
Geschehen sondern auch um sein Vergnügen. Eine
plötzliche schwere Erkrankung des
28jährigen nährte das Gerücht, er
sei vergiftet worden. In den Folgejahren
kränkelte Karl von Baden häufiger. Der
Tod seines zweiten Sohnes, der 1817 im Alter von
einem Jahr gestorben war, hatte schwere
Gesundheitsschäden zur Folge. Nachdem im
Herbst desselben Jahres als letztes Kind des Paares
ein Mädchen geboren worden war, machte sich
der schwerkranke Großherzog daran, "sein Haus
zu bestellen".
Am 22. August 1818 unterzeichnete er die badische
Verfassung, die festlegte, dass die Stände des
Landes (Adel, Kirchen, Universitäten,
Städte) Vertreter wählen durften, die
zusammen den Landtag bildeten, der wiederum ein
Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht hatte, wenn es
um die Finanzen des Landes ging.
Am 20. November ließ er auf dem
Fürstenkongress von Aachen die Erbnachfolge
der Kinder aus der Ehe seines Großvaters mit
Luise Karoline
Geyer von Geyersberg
bestätigen. Am 8. Dezember 1818 starb Karl von
Baden im Rastatter
Schloss.