Hotel Schwarzwaldhof

Auf einem der mittlerweile meist fotografierten und gemalten Plätze der Stadt, der heute Sonnenplatz genannt wird, befand sich bereits im 15. Jahrhundert ein Badehaus, dem von Markgraf Jakob I. das Thermalwasserrecht der damals nicht mehr vorhandenen Badegaststätte Engel zugesprochen wurde, das später wieder zurückgegeben werden musste.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird in den Urkunden eine Badeherberge "Zur Sonne" genannt, die das Thermalwasser für ihre 16 Badekabinette aus dem überschüssigen Wasser des fürstlichen Freibades auf dem Marktplatz bezog.

Mehr als 150 Jahre gab es zwei Badehäuser "Zur Sonne". Die "obere Sonne" am Hang zum Marktplatz gelegen und die "untere Sonne" direkt daneben in der Ebene.

1679 richtete der Badische Kammerrat und Amtmann zu Baden-Steinbach Johann Weiß sein Amtshaus in der "unteren Sonne" ein. Eine Badeherberge wurde nicht mehr betrieben, aber die Option hierfür blieb erhalten.

Nach dem großen
Stadtbrand verwirklichte der Schwiegersohn Johann Weiß', der Kammerrat Lassolaye, den Bau eines wesentlich größeren Hauses zur privaten Nutzung, welches auch den Platz der "oberen Sonne" mit einbezog.

Im Jahr 1801 wollte die Familie Lassolaye dann doch eine Badeherberge errichten, kaufte deshalb weitere Nachbargrundstücke auf und beauftragte den badischen Baumeister
Friedrich Weinbrenner mit der Planung eines vornehmen Badehotels, welches sie allerdings nicht selbst betreiben, sondern verpachten wollte.

Nach der Fertigstellung des damaligen Ansprüchen großzügig genügenden Hauses wurde das Badehotel "Zur Sonne" von Anton Meixel gepachtet.

Nach 1816 wechselten verschiedene Pächter. Das Hotel "Zur Sonne" wurde weiter ausgebaut und erhielt zusätzlich einen großen Saal.

1827 kaufte Anna Maria Schmidt das Hotel, welches sie gemeinsam mit ihrem Mann Friedrich Stambach führte und im Jahr 1840 um ein weiteres Stockwerk erweiterte. Den Gepflogenheiten der Zeit entsprechend wurde das Haus "Hôtel et Bains au Soleil" genannt.

1860 übernahmen die Stambach-Söhne Friedrich und Leopold das erfolgreich geführte Hotel und wandelten es durch ständige Modernisierungsarbeiten in ein Hotel 1. Ranges um, dem sie den Namen "Petersburger Hof" gaben.

Hotel Petersburger Hof

1891 wurde das Hotel von Friedrich Stambachs Sohn übernommen, jedoch derart schlecht geführt, dass sich der Vater die Leitung zurückholte.

Die besten Zeiten Baden-Badens waren vorbei und der Hotelier versuchte, den Saalbau mit allen dazu gehörenden Räumlichkeiten der Stadt zu verkaufen, was jedoch misslang.

Nach Friedrich Stambachs Tod im Jahr 1908 gelang es den Erben, in Alois Wäldele einen neuen Besitzer für das renommierte Hotel zu finden. "Schwarzwaldhof" nannte dieser seine Neuerwerbung. Im Jahr 1929 bot er in seinem als gut bürgerlich eingestuften Hotel ganzjährig 4 Zimmer mit Bad und 22 Zimmer mit fließendem Wasser an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der nächste Besitzer glücklos. Die Stadt kaufte das Nebengebäude. Das eigentliche Hotel wurde als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Lediglich die Gaststätte "Schwarzwaldhof" erinnerte noch an eines der größten Badehotels der Stadt aus dem 19. Jahrhundert.

1987/88 wurde das gesamte Gebäude abgebrochen und an dessen Stelle ein modernes Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das entfernt an die Umrisse des alten Hotels "Schwarzwaldhof" erinnert.

Von Rika Wettstein Baden-Baden

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