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Badeherberge Zum Salmen
Nicht nur in der Römerzeit war das Thermalwasser Baden-Badens
geschätzt worden, auch im Mittelalter lockten
die Geschichten um die Heilkraft des warmen Wassers
Gäste an, die in mehr als einem halben Dutzend
Badeherbergen Unterkunft fanden.
Eine der größten mittelalterlichen
Badeherbergen war die Herberge "Zum Salmen", die
bereits im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich
erwähnt ist.
Im 16. Jahrhundert war der "Salmen" ein
großes Gasthaus mit 58 Badekästen, 15
Zimmern, 15 Schlafzimmern und 10
Dienstbotenkammern. Beim großen
Stadtbrand im Jahr 1689 wurde das stattliche
Haus, das Johann Adolf Stephani verpachtet gewesen
war, vollkommen zerstört.
Acht Jahre später kaufte Johann Adolf Stephani
nicht nur den Platz, auf dem der "Salmen" gestanden
hatte, sondern auch den benachbarten Platz, wo
einst die Badeherberge "Zum Engel" bewirtschaftet worden war, und
begann mit dem Bau einer neuen Badeherberge, die um
einen Innenhof herum errichtet wurde.
1702 wurde Johann Adolf Stephani durch Markgraf Ludwig
Wilhelm von der allgemeinen Abgabenpflicht
befreit. Er musste lediglich noch für Reichs-
und Kreisumlagen, sowie Kriegsfolgekosten
aufkommen. Dies wirkte sich natürlich
förderlich auf die Wirtschaftlichkeit der
Badeherberge aus, deren Erfolg in erster Linie
allerdings dem rührigen Besitzer, der das Haus
hervorragend bewirtschaftete, zuzuschreiben ist.
Johann Adolf Stephani war nicht nur Wirt einer
großen Badeherberge, sondern Stadtrat,
Gerichtsmitglied und letztendlich im Jahr 1720
Bürgermeister.
Die Bewirtschaftung des "Salmen" hatte sein Sohn
übernommen. Nach dessen Tod im Jahr 1733 wurde
das Haus verpachtet.
Mit Adam Haag, der sich später Haug nannte,
dem Ehemann einer Enkeltochter Johann Adolf
Stephanis, wurde der Familienbetrieb weiter
geführt. Die Abgabenbefreiung galt auch
für ihn weiter.
Designierter "Salmen"-Wirt wurde nach Adam Haugs
Tod dessen minderjähriger Sohn Heinrich aus
zweiter Ehe. Bis zu seiner Volljährigkeit
führte sein Stiefvater Peter Nagel den
"Salmen" vorbildlich und baute ihn den
Erfordernissen entsprechend aus, womit er
dafür sorgte, dass der "Salmen" im Jahr 1789
bestens ausgestattet an Heinrich Haug
übergeben werden konnte.
Beim frühen Tod Heinrich Haugs im Jahr 1795
war der künftige Wirt der noblen Badeherberge,
Heinrich Haug junior, erst fünf Jahre alt, so
dass die Mutter mit ihren zweiten Ehemann die
Badeherberge treuhänderisch weiter
führte.

Das komfortable Haus verfügte nicht nur
über knapp 100 Badewannen, sondern bot den
Gästen in einem Nebenzimmer an sieben
Spieltischen auch die Möglichkeit, ihrem
Spieltrieb nachzugehen.
Als Heinrich Haug junior den "Salmen"
übernommen hatte, machte er sich sofort daran,
das viel gefragte Haus zu vergrößern,
wobei ihm durch die Mauern des im Norden an das
Haus grenzenden Frauenklosters "Vom Heiligen Grab"
und die Stadtmauer enge Grenzen gesetzt waren.
Er setzte sich also intensiv dafür ein, dass
Stadtmauer und Spitaltor, die seinem
Expansionsdrang im Wege standen, abgerissen wurden.
Nach deren Abriss im Jahr 1821 fügte Heinrich
Haug dem "Salmen" einen prächtig
ausgestatteten Tanzsaal hinzu. Der passionierte
Jäger legte auf beste Küche, in welcher
viele Wildspezialitäten angeboten wurden,
großen Wert. Trotz aller Anstrengungen konnte
der "Salmen" mit den neu entstandenen Hotels im
Umfeld des zum Mittelpunkt des kurörtlichen
Lebens gewordenen heutigen Kurhauses, wie dem " "Maison
Meßmer" oder dem "Hôtel
d'Angleterre", nicht konkurrieren. Am 25. April
1841 gab Heinrich Haug ein auserlesenes
Abschiedsmahl, welches die fast 150jährige
Ära der Familien Stephani und Haug als
"Salmen"-Wirte beendete.
Der Spielbankpächter Bénazet hatte
danach den Plan, aus dem Haus ein Fürstenbad
zu machen, verwarf diesen allerdings und verkaufte
im Jahr 1844 den "Salmen" an den Kellner Heinrich
Kah, dessen Vater das Gasthaus "Grüner Baum" betrieb. Die Blütezeit des
"Salmen" war allerdings vorbei.
Der badische Staat erwarb den "Salmen" und verlegte
das herrschaftliche Freibad von der Badeherberge
"Zum Baldreit" in die Badeherberge "Zum
Salmen".
1890 wurde der gesamte Gebäudekomplex, der auf
mehr als 1800 Quadratmetern errichtet war,
abgerissen, um Platz zu schaffen für den Bau
des Kaiserin-Augusta-Bades, das als reines Damenbad rechts
neben dem Friedrichsbad entstand. Nur 70 Jahre
später musste dieses prachtvoll gestaltete Bad
einer weiteren Umgestaltung des so genannten
Bäderviertels der Kurstadt weichen. Heute
erinnert nichts mehr auf dem freien Platz vor dem
Friedrichsbad und dem Kloster "Vom Heiligen Grab"
an eine der ältesten und besten Badeherbergen
der Stadt.
Die Wirtschaftskonzession des "Salmen" war bereits
1865 auf das Haus Gernsbacher Straße 34
übertragen worden, wo der Küfer Wilhelm
Siegel bis zum Jahr 1884 ein kleines Gasthaus
betrieb. Florian Baumgärtner, der nächste
Inhaber, baute das Haus zu der heute noch
bestehenden Form aus.
Nach einem nochmaligen Besitzerwechsel führte
die Familie Reinbothe von 1920 bis 1971 das Hotel
"Salmen". Danach wurde das Haus als
Geschäftshaus mit Apotheke und Arztpraxen
genutzt.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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