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Hotel Haus Reichert
Der eigentliche Bauherr des Hotel
Haus Reichert war der branchenfremde Landphysikus
(Amtsarzt) Dr. Aloys Maier. Dieser hatte bereits im
Jahr 1808 vor den Toren der Stadt nahe der Oos ein
großzügig angelegtes Stadtpalais von
Friedrich
Weinbrenner bauen lassen.
Mit dem aufkommenden Interesse an Baden-Baden
vieler bedeutender Persönlichkeiten jener
Zeit, trat ein Mangel an geeigneten
Unterkünften ein, weswegen Dr. Maiers Palais
zum beliebten Quartier hochrangiger Zeitgenossen
wurde.
1837 erwarb die markgräfliche Familie das
heutige Palais Hamilton, um es als Sommersitz zu
nutzen.
Dr. Maier nahm ein anderes Projekt in Angriff,
erwarb durch geschickte
Grundstücksspekulationen finanziert das seinem
ehemaligen Wohnsitz gegenüberliegende
Grundstück in direkter Nachbarschaft zum
"Hôtel
d'Angleterre" und begann 1843 mit dem Bau einer
neuen Fremdenunterkunft.

Sein Tod im Jahr 1844 führte zum Verkauf des
Hauses an Johann Schelble. Dieser war von Beruf
Posamentier, d.h. er stellte Litzen, Quasten,
Troddel und ähnlich schmückende Dinge
her, und richtete im Erdgeschoss des Hauses einen
"Bazar", in dem allerlei Zierrat zum Kauf angeboten
wurde, ein. An vornehme Herrschaften wurde
selbstverständlich auch vermietet. Mehrere
Jahre war z. B. die Fürstlich
Fürstenbergische Familie zu Gast.

Ansichtskarte Sophienstraße
mit dem Hotel Haus Reichert
(Abb.: Archiv WAEPART)
Johann Schelble und seine Frau Elisabeth Henf
hatten vier Töchter. Laura, die jüngste
Tochter, heiratete den Kaufmann und späteren
Landtagsabgeordneten Max Reichert, dessen Name das
Hotel heute noch trägt.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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