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Holland Hotel Sophienpark
Es ist müßig zu
spekulieren, ob das "Holland Hotel" im 19.
Jahrhundert einen ähnlichen Bekanntheits- und
Beliebtheitsgrad erzielt hätte, wenn sein
ursprünglicher Name "Goldenes Lamm"
beibehalten worden wäre.
Das "Lamm" ist bereits im Jahr 1732 im Zusammenhang
mit Metzgermeister Anton Kah erwähnt.
Verkäufe und Überschreibungen der "ewigen
Schildgerechtigkeit", dem Recht, ein Gasthaus mit
Übernachtung und dem Angebot warmer Speisen
betreiben und dieses mittels eines Schildes
anzeigen zu dürfen, ließen diese
schließlich 1786 in den Besitz des
Messerschmidts Ignaz Rößler und seiner
Frau Franziska Maier übergehen. Beider Sohn
Alois baute das Gasthaus weiter aus, was insofern
bemerkenswert ist, als sich dieses außerhalb
der Stadtmauern, jenseits des davor gelegenen mit
Kleingärten bestückten Grabens befand.
Nach dem Abbruch der Stadtmauer um 1818 entwickelte
sich das "Goldene Lamm" zum vornehmsten Kaffeehaus
der Stadt und zum Literatentreffpunkt, den
Jahrzehnte später auch Nikolaus
Lenau aufsuchte.

Zu dieser Zeit war das "Goldene Lamm" allerdings
bereits "Hôtel de Hollande", der Graben war
zugeschüttet und zur Grabenpromenade, der
späteren Sophienstraße, geworden.
Die Blütezeit Baden-Badens bescherte auch dem
"Hôtel de Hollande" ein volles Haus, das von
August Rößler und seiner Frau Marie
Essenwein geführt wurde und diese veranlasste,
eine Dependance in Marie Rößlers
Elternhaus, welches ursprünglich direkt
linkerhand des Beuerner Tors gelegen war und sich
nach dem Fall von Tor und Stadtmauer am neu
geschaffenen Leopoldsplatz befand, einzurichten.
"Beau Séjour" wurde der Zweigbetrieb
genannt, der sich wegen seiner zentralen Lage
großer Beliebtheit erfreute und deshalb 1867
zur Lange Straße hin erweitert wurde.
Sechs Kinder hatte das Hotelierspaar. Albert, der
älteste Sohn, wurde der nächste Inhaber
des "Hôtel de Hollande". Oskar
Rößler, sein jüngerer Bruder, wurde
erfolgreicher Apotheker und Thermalwasser- und
Heimatforscher.

Das Holland Hotel nach mehreren Umbauten um
1875
Die immer stärkere Belebung des Leopoldplatzes
ließ den Reiz des "Beau Séjour"
schwinden. Zusätzliche rückläufige
Übernachtungszahlen trugen dazu bei, dass der
Betrieb der Dependance nach dem Ersten Weltkrieg
eingestellt wurde.

Ansichtskarte
"Holland-Hotel Baden-Baden, Louis XVI-Saal"
(Abb.: Archiv WAEPART)

Ansichtskarte aus dem Jahre 1929
(Abb.: Archiv WAEPART)
Der Rößlersche Familienbetrieb "Holland
Hotel" ging 1956/57 in den Besitz der im
Nachbarhaus angesiedelten Volksbank über und
wurde von dieser verpachtet. Im Jahr 2001 trennte
sich das Kreditinstitut wieder von diesem
geschichtsträchtigen Haus, das weiterhin als
"Holland
Hotel Sophienpark" einheimischen und
auswärtigen Gästen seine Dienste
anbietet.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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