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Hotel Am Friedrichsbad
Wohl hinter keinem Hotelnamen in
der Bäder- und Kurstadt Baden-Baden verbergen
sich derart viele Gasthaus-, Badehaus- und
Hotelgeschichten wie hinter dem Namen Hotel "Am
Friedrichsbad". Der Name erinnert an die
abwechslungsreiche Geschichte des Badehauses
"Zum Engel" und der Badeherberge "Zum Roten
Löwen".
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das heutige
Hotel "Am Friedrichsbad" eine vom Bäcker Franz
Ignaz Kappler betriebene Straußwirtschaft, in
der nur kalte Speisen und Getränke verabreicht
werden durften. Im Jahr 1839 wurde das
Gebäude, das südlich gegenüber der
aus dem Mittelalter stammenden Badeherberge
"Zum Salmen" lag und nicht mehr bewirtschaftet
worden war, von dessen Sohn an Ignaz
Thiergärtner, den Besitzer des Badegasthauses
"Zum Engel" verkauft.
1850 überschrieb dieser das Haus seinem Sohn,
dem Metzger Alexander Thiergärtner, der dort
sein Handwerk ausübte und sich um den Erwerb
der so genannten Real- und
Gastwirtschaftsgerechtigkeit bemühte. 1864
erhielt er die Genehmigung, die ehemals zur
Badeherberge "Zum Roten Löwen" gehörte,
mit dem Recht, Gäste zu bewirten und ihnen
Unterkunft anzubieten, allerdings bekam er keine
Erlaubnis, in seinem Haus Thermalwasser zu
nutzen.
Der "Rote Löwen" hatte sich am hinteren Ende
des Marktplatzes befunden. 1529 war dem
seinzeitigen Wirt, dem Metzger Franz Kegel, von
Markgraf Philipp Thermalwasser verpachtet worden.
Die Chronisten berichten von Zank um das
Thermalwasser mit anderen Wirten, wirtschaftlich
guten und schlechten Zeiten, von Zerstörung
während des großen
Stadtbrandes und Wiederaufbau, von
Besitzerwechsel und Zwangsversteigerungen. Sie
schildern das kleinste Badegasthaus der Stadt, das
von weniger begüterten Gästen aufgesucht
worden war, als einfaches Haus mit einer
Wirtsstube, 16 Badekabinen und 5 Zimmern. Die
letzten Wirtsleute des "Roten Löwen" stammten
aus der alteingesessenen Familie Seefels. Als Jacob
Seefels 1850 gestorben war, tauschte seine Witwe
den "Roten Löwen" gegen die Badeherberge
"Zum Baldreit". Der "Rote Löwen" wurde
abgerissen.
Die eingezogene Wirtschaftskonzession wurde, wie
bereits geschildert, dem Metzger Alexander
Thiergärtner zugeteilt, der sein Gasthaus "Zum
Löwen", einen kleinen Betrieb mit preiswerten
Zimmern, die vor allem von Langzeitbesuchern in
Anspruch genommen wurden, eröffnete.

Ab 1885 bewirtschaftete dessen Schwiegersohn das
Haus, das allerdings bald an Martin Müller
verkauft wurde. Franz Müller, Sohn und
Nachfolger Martin Müllers, änderte im
Jahr 1914 den Namen des Hotels in
"Löwen-Friedrichsbad", weil zwei Jahre zuvor
wegen des Abrisses des Hotels "Friedrichsbad" der
Name frei geworden war und durch den Namenzusatz
die Lage des Hotels in direkter Nähe des
prachtvollen Friedrichsbades verdeutlicht werden konnte. Vor
dem Hotel wurde der Sankt Georgs-Brunnen
aufgestellt.
Nach weiterem zweifachem Besitzerwechsel erwarb der
Koch Eduard Lorenz im Jahr 1923 das Hotel
"Löwen-Friedrichsbad" und machte es zu einem
gepflegten Haus mit ausgesprochen guter Küche.
Das Restaurant wurde 40 Jahre später
geschlossen, der Hotelbetrieb jedoch weiter
geführt.
1974 übernahm die Bäder- und
Kurverwaltung das Haus, um dort Personalwohnungen
einzurichten.
Nach drei Jahren kam mit dem heutigen Besitzer, dem
gebürtigen Tschechen Prokop Pustina, für
das Haus die Wende zum Besseren. Aufwendige
Sanierungen waren notwendig, bis das Hotel
"Am
Friedrichsbad" im Januar 1980 eröffnet
werden konnte. Im hauseigenen Restaurant "Prager
Stuben" werden einheimische und auswärtige
Gäste mit böhmischen Spezialitäten
verwöhnt.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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