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Badeherberge Zum Engel
In der von Stadtmauern umgebenen Residenz der badischen
Markgrafen, waren im Mittelalter etliche
Badegasthäuser, die vor allem im Thermalwasser
Heilung suchenden Gästen dienten,
eingerichtet. Hierunter befand sich auch das
Badegasthaus "Zum Engel", welches Ende des 14.
Jahrhunderst erstmals urkundlich erwähnt
worden ist. Das Gebäude lag direkt am
Spitaltor und war von der Stadtmauer nur durch
einen Fußweg getrennt.
Ein halbes Jahrhundert später war es
verschwunden, wurde allerdings wieder aufgebaut und
befand nicht nur in der Nachbarschaft zur
Stadtmauer, sondern grenzte auf der anderen Seite
an die Badesgaststätte "Zum Salmen".
Ein Streit um die Thermalwassernutzung führte
dazu, dass Moritz Heckner, Besitzer der
Badegaststätte "Zum Ungemach", Haus und Konzession im Jahr 1596
kaufte. Das Haus wurde nicht mehr als Badeherberge
genutzt und fiel im Jahr 1689 dem großen
Stadtbrand zum Opfer.
Die so genannte Wirtschaftsgerechtigkeit, die
Moritz Heckner nicht benötigte, da er bereits
das Recht, eine Gastwirtschaft zu betreiben
besaß, ist - so vermuten die Chronisten -
verkauft worden.
Vor den Toren der Stadt, in der Beuerner Vorstadt,
dem heutigen Augustaplatz und Umgebung, wurde das Gasthaus
"Zum Engel" weiter betrieben, bis im Jahr 1831 die
Konzession erlosch, weil die seinerzeitigen
Konzessionsinhaber keine Gastwirtschaft mehr
führten.
Ignaz Thiergärtner erwarb diese und
transferierte sie auf sein neu gekauftes Haus, das
ehemalige fürstliche Freibad, welches zwischen
der Badeherberge "Zum Salmen" und der Spitalkirche lag. Das Gasthaus Engel sollte an
einem Platz, der sich genau gegenüber seinem
ursprünglichen Platz im Mittelalter befand,
wieder eröffnet werden.
Das fürstliche Freibad, 1809 von Friedrich
Weinbrenner als eingeschossiges einfaches Haus
mit Innenhof gebaut, hatte bis 1830 als Ersatz
für das Jahrhunderte alte Armenbad auf dem
Marktplatz gedient. Notwendige Renovierungsarbeiten
hatten die Verwaltung jedoch veranlasst, das
Armenbad in die Badeherberge "Zum Baldreit" zu verlegen, und das Gebäude
zu verkaufen.
Ignaz Thiergärtner, der kein
Recht erhalten hatte, Thermalwasser zu nutzen,
begann das Gebäude, in dem sich unter anderem
acht Schlafräume mit je vier Betten befanden,
umzugestalten und auszubauen.
Seinem Sohn und Nachfolger Robert Thiergärtner
wurde schließlich gestattet, Thermalwasser zu
nutzen. Im "Engel" standen 34 Zimmer mit 12
Badewannen und 6 Duschen den Gästen zur
Verfügung.
1869 erstand Florian Baumgärtner den "Engel",
stockte ihn zehn Jahre später auf und nannte
ihn Hotel "Friedrichsbad", wohl um sich den Namen
zu sichern, da im selben Jahr mit dem Bau des
Friedrichsbades begonnen worden war.

Das fertig gestellte Friedrichsbad sollte zur
großen Konkurrenz des Hotels "Friedrichsbad"
werden, weil die Badegäste nur noch die
Übernachtungsmöglichkeiten nutzen
wollten, zum Baden aber das komfortable
Friedrichsbad aufsuchten.
1892 wurde das Hotel "Friedrichsbad" vom
städtischen Badfond aufgekauft und ohne
Thermalwassernutzungsrecht verpachtet. Nachdem es
etliche Jahre nur noch als Hospiz geführt
worden war, wurde das Gebäude im Jahr 1921
abgerissen.
Franz Müller, der Inhaber des Hotels
"Zum Löwen", ließ sich die
Übertragung des Namens "Friedrichsbad" auf
sein Haus genehmigen.
Der Platz, auf dem sich der gewesene "Engel", das
spätere Hotel "Friedrichsbad", befunden hat,
gehört heute zum Eingangsbereich der
Caracalla-Therme.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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