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Badeherberge Zum Baldreit
"So bald reit ich!" soll der Sage
nach ein von der Heilkraft des Thermalwassers
begeisterter Fürst zum Abschied seinem Wirt
zugerufen haben, nachdem er sich kraftvoll auf sein
Pferd geschwungen hatte. Verewigt ist diese Episode
und damit verbunden die Namensgebung der Herberge
auf einem Wandgemälde im Wandelgang der
Trinkhalle.

Verewigt ist die Badeherberge "Baldreit", auch
"Balderich" oder "Baldreich", genannt, unter dem
Kennbuchstaben "L" auf einem im Jahr 1463 von
Matthäus Merian geschaffenen Kupferstich der
"Hauptstadt deß Markgraffthumbs Baden".
15 Zimmer, 15 Schlafzimmer und 30 Badekabinen
standen den Heilung und Entspannung suchenden
Gästen zur Verfügung, wodurch das Haus zu
einer der großen Badeherbergen der
mittelalterlichen Stadt zählte.
Nach dem großen Stadtbrand des Jahres
1689 wurde "das Baldreit"
vergleichsweise rasch in großzügigem
Stil wieder aufgebaut. Um einen großen
Innenhof herum waren die Gasträume und
Badestuben angeordnet.

Nur diese Abbildung ist vom
Baldreit aus dem 19. Jahrhundert
vorhanden.
Im 19. Jahrhundert, als außerhalb der
später abgerissenen Stadtmauern die den
Ansprüchen der Zeit besser gerecht werdenden
großen Hotels errichtet worden waren, war im
"Baldreit" ein Armenbad untergebracht. Damit war
die große Zeit der Badeherberge, die bereits
im Jahr 1460 erstmals urkundlich erwähnt ist,
beendet.
Im Jahr 1979 wurde das mittlerweile im
städtischen Besitz befindliche, vollkommen
verwahrloste Gebäude saniert. Heute beherbergt
das in der malerischen Altstadt gelegene Haus eine
Weinstube, das Stadtmuseum und eine Künstlerwohnung im
Dachgeschoss, die von den jährlich wechselnden
Baldreit-Stipendiaten bewohnt wird.
Von Rika Wettstein Baden-Baden
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