Badhotel Badischer Hof

Der Stuttgarter Verleger Johann Friedrich Cotta hatte die Vision, in der von ihm so geschätzten Kurstadt das erste Luxushotel Europas, das allen Ansprüchen an Komfort und Hygiene des beginnenden 19. Jahrhunderts aufs beste genügen sollte, bauen und führen zu lassen. In der engen, verwinkelten, von einer Mauer umgebenen Stadt ließ sich diese Vision schwerlich umsetzen. Im Jahr 1807 bot sich jedoch die Möglichkeit unter der Federführung des Karlsruher Baumeisters Friedrich Weinbrenner das ehemalige Kapuzinerkloster der Stadt in heute noch beeindruckender Weise um- und ausbauen zu lassen.

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Markgraf Wilhelm von Baden-Baden hatte dieses Kloster im Jahr 1630 im Zuge der gegenreformatorischen Bewegung gestiftet. Es wurde südwestlich vor der Stadtmauer auf der linken Oosseite angelegt.

Im Schreckensjahr 1689 fiel die Stadt am 24. August dem
großen Brand zum Opfer. Das anfangs verschonte Kapuzinerkloster wurde am 6. November 1689 von den Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. niedergebrannt.

Zwischen 1694 und 1698 wurde das Kloster wieder hergestellt. Die Kapuziner Mönche konnten gut 100 Jahre weiter seelsorgerisch und wohltätig tätig sein, bis das Kloster im Jahr 1803 verstaatlicht wurde. Die Mönche durften noch einige Zeit in den gewohnten Mauern wohnen bleiben.

Badischer Hof um 1830

1807 begann der Umbau zum Luxushotel mit 18 über drei Stockwerke reichenden dorischen Säulen, die den Blickfang des Speisesaals ausmachten. 100 Zimmer und Salons, Bäder mit Thermalwasserversorgung, Konversations-, Lese-, und Rauchzimmer, Galerie und Frühstückssalon waren ebenso selbstverständlich wie ein großer Park.

Nach 1830 wechselte das Luxushotel des öfteren den Besitzer, bis es nach dem Zweiten Weltkrieg von der Familie Steigenberger übernommen wurde.



Ansichtskarte
"Hotel Badischer Hof, Vestibule"
(Abb.: Archiv WAEPART)

Zuvor wäre das einmalige Gebäude jedoch fast wieder ein Raub der Flammen geworden. Am 1. Oktober 1949 war das bereits im März des Jahres von der französischen Besatzungsmacht zu seiner eigentlichen Nutzung freigegebene Hotel in Brand geraten, wobei nicht nur der zur Halle gewordene Speisesaal gänzlich zerstört wurde, sondern auch der Dachstuhl in Flammen aufging.

Der Wiederaufbau, die Erweiterungs-, Modernisierungs- und Verschönerungsarbeiten waren in kürzester Zeit erledigt und das "
Badhotel Badischer Hof" konnte am 27. Mai 1950 unter der Regie der Hoteliersfamilie Steigenberger, zu deren Konzern das Hotel auch heute noch gehört, seiner Funktion als erstklassiges Hotel wieder gerecht werden.

Von Rika Wettstein Baden-Baden

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