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Der "Hexenhammer"
Die eigentliche "Bibel" der
Hexenjagden war eines der berüchtigsten Werke
der Weltgeschichte: Der sogenannte Hexenhammer
(Malleus Maleficarum = Unholdinnen-Hammer) der
beiden Dominikanermönche Jakob Sprenger und
Heinrich Institoris (Krämer). Das Buch wurde
1486 zuerst auf Latein veröffentlicht,
später auch in Deutsch und Französisch,
und kann als der erste Bestseller der
Weltgeschichte bezeichnet werden, denn die zu
diesem Zeitpunkt gerade 40 Jahre alte Erfindung des
Buchdrucks verschaffte dem Werk solch eine
große Verbreitung. Angestoßen wurden
die Verfasser von der Bulle "Summis Desiderantes"
des hexengläubigen Papstes Innozenz VIII.
(1484-1492), die als "Hexenbulle" in die Geschichte
eigegangen ist.
Die Autoren vermittelten in ihrem Buch ein extrem
frauenfeindliches Bild und trugen alles zusammen,
was damals an Negativem über Frauen zu finden
war. So griffen sie auf griechische und
römische Schriftsteller zurück, auf das
Alte Testament und fanden viel "Verwertbares" bei
ihren Kirchen-Kollegen. Sie stellten die These auf,
dass die Frauen sowohl biologisch als auch
metaphysisch minderwertig und unvollkommen seien
und sie diese Mängel mit Lüge, Hinterlist
und Habgier auszugleichen versuchen.
Die Verfasser behaupten, dass Frauen von Natur aus
einen geringeren Glauben haben und ihr Verstand
mangelhaft sei. Sie begründeten dies mit der
Geschichte von Adam und Eva. Ein weiteres Indiz
für die Minderwertigkeit der Frauen leiteten
sie von der lateinischen Übersetzung für
das Wort Frau ab: Femina komme von fe und minus (fe
deuteten sie als fides = Glaube und minus
heißt weniger, femina = die weniger Glauben
hat). "Also sei das Weib von Natur schlecht, da es
schneller am Glauben zweifelt und auch schneller
den Glauben ableugnet".

Institoris und Sprenger vermittelten ein Bild der
Frau, das ein Produkt einer langen
frauenfeindlichen Tradition einer patriarchalischen
Männerwelt darstellte. Aber auch die
psychopathologischen Wahnvostellungen der Autoren
selbst flossen in hohem Maße in den
Hexenhammer. Tragisch und höchst bedauerlich,
dass ein solches Machwerk für lange Zeit zum
festen Bestandteil des abendländischen
Geisteslebens gehörte.
Bis 1669 erlebte der Hexenhammer neunundzwanzig
Auflagen.
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