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Erich
Kuby (1910-2005)
Der "Nestbeschmutzer von Rang" (Heinrich Böll)
wurde am 28. Juli 1910 als Sohn eines Landwirtes in
Baden-Baden geboren.
Kuby begann seine journalistische Karriere nach dem
Zweiten Weltkrieg. Er arbeitete unter anderem
für den Spiegel, den Stern und die
Süddeutsche Zeitung. Daneben verfasste er
gesellschaftskritische Stücke für
Hörfunk und Fernsehen. Ein Hörspiel
über die sinnlose Verteidigung der Festung von
Brest durch die Wehrmacht brachte ihm eine
Beleidigungsklage des verantwortlichen Generals
Berhard Ramcke ein. Kuby, der die Vernichtung von
Brest als Soldat miterlebt hatte, wurde 1959
freigesprochen.
Eine kritisch beleuchtete Innenansicht der
Wehrmacht legte Kuby 1975 mit seinem Kriegstagebuch
"Mein Krieg - Aufzeichnungen aus 2129 Tagen"
vor.
Populair wurde Kuby durch die Vorlage für den
Film "Ein Mädchen namens Rosemarie" (BRD 1958,
mit Nadja Tiller, Mario Adorf, Gert Froebe und
Peter van Eyck). Der ungeklärte Mord an der
Frankfurter Prostituierten Rosemarie Nitribitt
bildete den Rahmen für ein Drama, das die
Doppelmoral zur Zeit des Wirtschaftswunders
aufzeigte. Seine fiktive Darstellung des Falles
fing den damaligen Zeitgeist so realistisch ein,
dass seine hypothetische Version über die
Hintergründe des Mordes weitgehend in die
öffentliche Wahrnehmung übernommen wurde.
Selbst dramaturgische Kleinigkeiten, wie Nitribitts
angeblich rotes Sport-Cabrio finden sich heute in
vielen Quellen als Tatsachenbehauptung wieder. Der
so genannte Nitribitt-Roadster existierte zwar
tatsächlich, in der damaligen
Berichterstattung war er jedoch noch schwarz. Kubys
Vorlage erschien als Buch unter dem Titel
"Rosemarie. Des deutschen Wunders liebstes
Kind".
Kuby, der bis ins hohe Alter regelmäßig
die Kolumne "Der Zeitungsleser" für die
Wochenzeitung Freitag geschrieben hat, verstarb am
9. September 2005 in Venedig.
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