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Emma Herwegh (1817 -
1904)
Einen Platz in der deutschen Geschichte hat sich
die am 10. Mai 1817 in Berlin geborene
Seidenhändlerstochter Emma Siegmund nicht
unter ihrem Mädchennamen erworben, sondern als
Lebensgefährtin des gleichaltrigen
Revolutionsdichters Georg
Herwegh.
Bis zum Zusammentreffen der beiden in Berlin und
ihrer Verlobung am 13. November 1842 führte
Emma Siegmund ein Leben, das durchaus als
überdurchschnittlich bezeichnet werden
kann.
Das hoch begabte Mädchen erhielt eine
vorzügliche private Ausbildung, erlernte
mehrere Sprachen, erwarb
außergewöhnliche Kenntnisse in Literatur
und Geschichte und krönte ihren Lerneifer mit
einer Ausbildung zur Pianistin und Malerin.
Die Gedichte des "Freiheitssängers" Georg
Herwegh sorgten letztendlich für den Beginn
einer nicht nur für damalige Verhältnisse
bemerkenswerten Beziehung. Bald nach der Verlobung
wurde Georg Herwegh in etlichen deutschen Staaten
zur unerwünschten Person erklärt und fand
Zuflucht in der Schweiz, wohin ihm seine Braut
folgte.
Am 8. März 1843 heirateten die beiden im
Kanton Aargau, verbrachten ihre Flitterwochen in
Italien und Südfrankreich und ließen
sich danach in Paris nieder. In der damaligen
Kulturmetropole Europas pflegten die Herweghs
Kontakte zu Künstlern und Intellektuellen,
denen die Änderung der herrschenden
politischen und gesellschaftlichen
Verhältnisse in Europa das vorrangige Ziel
war.
Als Georg Herwegh die Führung der Deutschen
Demokratischen Legion übernommen hatte und
sich mit seinen Freischärlern im Frühjahr
1848 von Paris aus zur Unterstützung der
badischen
Revolutionäre
in Richtung Deutschland aufmachte, begleitete ihn
Emma Herwegh und erledigte die risikoreiche Aufgabe
der Kundschafterin. Aus dieser Zeit stammt das
Bild, das kennzeichnend für Emma Herwegh
werden sollte: Die Amazone in schwarzen Hosen aus
Tuch, schwarzer Samtbluse mit breitem Gürtel
und breitkrempigem Hut, die das Reiten ebenso
beherrschte wie das Schießen.
Gemeinsam flüchteten die Herweghs am 24. April
1848 nach dem Scheitern der badischen Revolution in
die Schweiz. Zwei Jahre später zog Emma
Herwegh ins italienische Genua, nachdem ihr Mann
eine Beziehung mit der Frau eines Freundes begonnen
und sich von seiner Familie getrennt hatte. 1853
kehrte sie auf dessen Bitten zu Georg Herwegh
zurück.
Die darauf folgenden Jahre waren geprägt von
der Unterstützung, die das Paar den
italienischen Freiheitskämpfern ebenso
zukommen ließ wie der sich zunehmend regenden
Arbeiterbewegung. Das Herweghsche Haus war
Zufluchtsstätte für Flüchtlinge aus
ganz Europa.
Nachdem 1866 eine allgemeine Amnestie für
politische Flüchtlinge in Deutschland ergangen
war, verließ die Familie Herwegh die Schweiz
und wählte Baden-Baden als Wohnort. Neun Jahre
lebte Emma Herwegh in der Kurstadt. Nach dem Tod
ihres Mannes zog sie nach Paris zurück, wo sie
sich ihren Lebensunterhalt als Übersetzerin
und Französischlehrerin verdiente und wieder
ein Leben in intellektuellen Kreisen führte.
So verband sie zum Beispiel von 1892 an eine enge
Freundschaft mit dem deutschen Dramatiker Frank
Wedekind.
Am 24. März 1904 endete Emma Herweghs Leben in
Paris. Ein Leben, das derart vollgepackt war mit
Ereignissen, dass sich das Bild der Amazone aus
einer vergleichsweise kurzen Lebensepisode nicht
unbedingt als kennzeichnend für Emma Herwegh
manifestieren sollte, sondern vielmehr ihr
lebenslanger Einsatz für demokratische ebenso
wie Frauen respektierende Verhältnisse: "um
das gewaltige Rad in Bewegung zu setzen, und die
Begeisterung hat Riesenkräfte; oder weckt
Riesenkräfte auch in Frauen.", wie sie in
einem ihrer Brautbriefe an Georg Herwegh
formulierte.
Ihre letzte Ruhestätte fand Emma Herwegh wie
ihr Mann in Liestal.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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100 Jahre nach ihrem Tod
würdigte die Stadt Baden-Baden Emma
Herwegh durch das Anbringen einer
Gedenktafel am Haus Sophienstraße
21.
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Georg Herwegh
Zur Revolution
1848-1849
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