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Clara
Schumann (1819-1896)
lebte 10 Jahre in
Baden-Baden
Clara Schumann, eine für ihre wie auch
für unsere Zeit äußerst
ungewöhnliche Frau, wurde am 13.09.1819 in
Leipzig als zweites Kind des Musikpädagogen
und Klavierhändlers Friedrich Wieck
(1785-1873) und dessen erster Frau Marianne
(1797-1872) geboren. Schon als
Fünfjährige erhielt sie vom strengen
Vater, der eine eigene Methode zum Erlernen des
Klavierspiels entwickelt hatte, Klavierunterricht.
Sie wurde als und zum Wunderkind erzogen und als
solches präsentiert und gefordert. Mit 9
Jahren debütierte sie im Leipziger Gewandhaus.
Eine sehr erfolgreiche Zeit als bedeutendste
Pianistin in ganz Europa begann. Viele Ehrungen
wurden ihr zuteil; so wurde sie z.B. vom
österreichischen Kaiser 1838 zur
kaiserlich-königlichen Kammervirtuosin
ernannt, was eine besondere Anerkennung für
eine Nicht-Österreicherin bedeutete.
Ihre Konzertreisen bescherten ihr die Begegnung mit
vielen berühmten Zeitgenossen, vor allem
natürlich Musikern. Sie konzertierte mit Felix
Mendelssohn und Franz Liszt,
spielte in Weimar vor dem 82-jährigen Johann
Wolfgang von Goethe, was den Dichter Friedrich
Grillparzer dazu veranlasste, der Künstlerin
in seinem Gedicht "Clara Wieck und Beethoven" ein
Denkmal zu setzen. Die weltberühmten Musiker
Frédéric Chopin, Nicolò
Paganini, Hector Berlioz und
Giacomo Meyerbeer zählten zu ihren
Freunden.
Den wichtigsten Menschen in ihrem Leben traf sie
allerdings bereits im Jahr 1830 im Hause ihres
Vaters: Robert Schuman (1810-1856). Der junge
Komponist wollte bei Friedrich Wieck
Klavierunterricht nehmen, begegnete dort Clara,
verliebte sich in sie und hielt 1837 um die Hand
der damals 18-jährigen an, was den ehrgeizigen
Vater derart erboste, dass er den beiden Liebenden
jeglichen Kontakt untersagte. Ein dreijähriger
erbitterter Kampf mit Wieck führte am
12.09.1840 zur Eheschließung gegen den Willen
des Vaters.
Diese Ehe wurde zum fruchtbaren Fundament für
beide Künstler. Robert Schumann komponierte
und Clara Schumann interpretierte seine
Kompositionen am Klavier mit
außerordentlichem
Einfühlungsvermögen und höchster
technischer Brillanz, wodurch beide in ihrem
künstlerischen Schaffen eine Steigerung nach
der anderen erfuhren.
1844 zog die Familie nach Dresden, weil sie sich
für Robert Schumanns Nervenkrankheit dort eine
Besserung erhoffte. Der nächste Umzug fand
1850 statt, als Schumann zum Städtischen
Musikdirektor von Düsseldorf ernannt worden
war.
Johannes Brahms
(1833-1897), ebenfalls ein pianistisches Wunderkind
wie Clara Schumann und später einer der
bedeutendsten romantischen Komponisten
Deutschlands, traf in Düsseldorf mit Robert
und Clara Schumann zusammen, woraus eine
lebenslange intensive Freundschaft entstand.
1853 musste Robert Schumann seine Tätigkeit in
Düsseldorf krankheitsbedingt aufgeben. Nach
seinem Tod im Jahr 1856 zog Clara Schumann mit
ihren sieben Kindern zu ihrer Mutter nach Berlin.
Von 1863-1873 lebte sie mit ihrer Familie in
Lichtental, einem
heutigen Ortsteil der Kurstadt Baden-Baden.
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Das Haus
in dem Clara Schumann lebte
(Abb:
Archiv WAEPART)
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Neben ihren erfolgreichen Konzertreisen im In- und
Ausland, die sie zur anerkannten Interpretin der
Werke Beethovens, Mendelsohns, Chopins und
natürlich der Kompositionen ihres Mannes und
ihres Freundes Johannes Brahms, der sich zeitweise
ebenfalls in Lichtenthal niedergelassen hatte,
werden ließen, belebte sie das Kulturleben in
der badischen Kurstadt Baden durch die Vielzahl von
Kontakten, die sie mit Künstlern aus aller
Welt pflegte. Zusammen mit Pauline
Viardot-Garcia, der
berühmten französischen Mezzosopranistin,
mit der sie seit 1838 eng befreundet war,
arrangierte sie beeindruckende Konzerte, die den
Ruf Baden-Badens als Sommerhauptstadt Europas
festigten.
Nach zehn Jahren verließ sie das Oostal und
zog nach Berlin, wo sie bis 1878 lebte.
1878 wurde Clara Schumann zur Ersten
Klavierlehrerin des neu gegründeten Hochschen
Konservatoriums in Frankfurt am Main berufen. Sie
erteilte Unterricht und begann, das Gesamtwerk
ihres Mannes herauszugeben. Nachdem ein
Gehörleiden sie im Jahr 1891 zwang, ihre
öffentliche Lehrtätigkeit zu beenden,
unterrichtete sie bis zu ihrem Tod nur noch privat
und gab nur noch private Konzerte für ihre
Freunde.
Am 20. Mai 1896 starb die begnadete Pianistin,
welche die deutsche und europäische Kultur so
nachdrücklich geprägt hat, in Frankfurt
am Main.
Von Rika Wettstein, Baden-Baden
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