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BADEN-BADEN Kultur
Camill Brenner 1855-1914
Camill Brenner, 1855 als Sohn des Hofkleidermachers
Anton Brenner und dessen Frau Josephine geboren,
sollte von Beginn an bessere
Lebensverhältnisse haben als sein Vater, der
als einfacher Weber seine berufliche Karriere
begonnen und sie im Jahr 1882 als Besitzer eines
der größten und beeindruckendsten Hotels
in Baden-Baden beendet hatte. 1872 hatte Anton
Brenner durch geschickte Immobiliengeschäfte
genug Kapital erworben, um das Hotel
"Stéphanie-les-Bains", direkt an der
Lichtentaler Allee gelegen und von dieser nur durch
die Oos getrennt, kaufen zu können. Zu diesem
Zeitpunkt war Camill Brenner bereits zu einer
umfassenden Ausbildung nach Frankreich geschickt
worden. Reisen in die wichtigsten
Großstädte Europas erweiterten nicht nur
seine Kenntnisse und verhalfen ihm zu einem
souveränen weltmännischen Auftreten,
sondern ließen ihn für sein
späteres Berufsleben bedeutsame internationale
Kontakte knüpfen.
1882 übernahm Camill Brenner das
väterliche Hotel und baute es beständig,
nicht nur räumlich, sondern auch im Hinblick
auf sein Renommé, aus. Verständnisvolle
Unterstützung erhielt er in seinen
Bemühungen durch seine Frau Augusta, Tochter
des Hoteliers Messmer, in dessen Haus das
spätere deutsche Kaiserpaar Augusta und
Wilhelm I. jahrzehntelang bei seinen
regelmäßigen Aufenthalten in Baden-Baden
wohnte. Augusta Brenner, ein Patenkind Augustas von
Preußen, pflegte erstklassige Beziehungen zum
deutschen Hochadel, was sich für die
wirtschaftliche Entwicklung des Hotels zum Vorteil
auswirkte.
Camill Brenner setzte seinen Geschäftssinn und
seine Tüchtigkeit nicht nur für sein
eigenes Haus ein, sondern stellte seine
Fähigkeiten auch in den Dienst der
Allgemeinheit, indem er 30 Jahre lang
sachverständig, kreativ und zukunftsorientiert
an der Entwicklung des Fremdenverkehrs mitwirkte.
In dieser Zeit wurden nicht nur Landes- und
Augustabad, sowie das Inhalatorium gebaut,
Elektrizitätswerk und Grundwasserwerk
errichtet, der Golfclub gegründet und die
Gönneranlage angelegt, sondern auch der
Kurhausausbau geplant und eine
Straßenbahnlinie eingerichtet.
Camill Brenner investierte nicht nur in sein Hotel,
sondern unterhielt in der Rheinebene eine eigene
Landwirtschaft, die die Hotelküche mit ihren
Produkten versorgte.

Sein ständiges Bestreben, den Gästen
besten Komfort auf dem neuesten Stand der Technik
zu bieten, machte sein Hotel zu einem
Anziehungspunkt für internationale Gäste.
Die brasilianische Kaiserfamilie, die
weltberühmte italienische Schauspielerin
Eleonora Duse und der nicht minder berühmte
italienische Sänger Enrico Caruso logierten
ebenso in seinem Hotel wie eine Vielzahl
wohlhabender und hochrangiger Gäste.
Dem von seinem Vater übernommenen Hotel
"Stéphanie-les-Bains" mit seinen
Nebengebäuden Villa Augusta und Villa
Stéphanie, das in seiner ursprünglichen
Form nicht mehr erhalten ist, fügte er 1912
das benachbarte Hotel "Minerva", das den Mittelbau
des heutigen "Brenner's Parkhotel & Spa"
bildet, hinzu.
1913 lies er das Hotel "Minerva" um den linken
Seitenflügel erweiterten. Seine Hotelanlage
umfasste 400 Zimmer der besten Kategorie. Er hatte
sicherlich noch etliche Pläne zum Aus- und
Umbau seines Hauses, als er 1914 überraschend
in Cannes starb. Seine Erben, unter ihnen Alfred
Brenner, arbeiteten weiter am Lebenswerk dieses
bedeuteten Baden-Badener Hoteliers, der den
"Grundstein" zum heute berühmtesten Luxushotel
Baden-Badens gelegt hatte.
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Koffer-Aufkleber,
ca. 1920
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Von Rika Wettstein, Baden-Baden
Fotos: Brenners Park Hotel
und Wolfgang Peter
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