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Sebastian Brant (um
1457-1521)
Der elsässische Humanist, Satiriker und
Dichter, geboren 1457 oder 1458 in Straßburg,
1492 Dekan der juristischen Fakultät in Basel,
1500 Syndikus und ab 1503 Stadtschreiber in
Straßburg, betätigte sich als
volkstümlicher Aufklärer und Mahner,
dessen Zeitkritik zwischen konservativer
mittelalterlicher und bürgerlich-neuzeitlicher
Weltanschauung stand. Er gilt als Hauptvertreter
des Frühhumanismus am Oberrhein.
Sein Hauptwerk neben Flugblättern und
Moralschriften war das in Straßburg gedruckte
"Narrenschiff". Dieses Werk kann als der
größte deutsche literarische Erfolg bis
Goethes "Werther" angesehen werden. Von dem 1494
erschienenen Buch wurden schnell zahlreiche
Nachdrucke und Umarbeitungen veröffentlicht,
es folgten lateinische, französische,
englische und niederländische
Übersetzungen, die das "Narrenschiff" zu einem
europaweiten "Bestseller" werden ließen. Die
113 Abhandlungen über menschliche Laster,
Schwächen und Torheiten, illustriert mit mehr
als 100 Holzschnitten, trugen aufgrund der
volkstümlichen und realistischen Darstellung
zu diesem epochalen Erfolg bei.
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Das "Narrenschiff" wurde
zum Ausgangspunkt der späteren
Narrenliteratur und beeinflusste unter
anderem Erasmus von Rotterdam, Hans Sachs
und Abraham a Santa Clara. Zudem lieferte
es Johann Geiler von Kagersberg Anregungen
für seine berühmten Predigten im
Straßburger Münster. Brant, der
neben seinen Moralschriften lateinische
Gedichte verfasste, Texte übersetzte
und Spruchsammlungen herausgab, starb am
10. Mai 1521 in Straßburg.
Sebastian Brant weilte oft in Baden-Baden
und dichtete in lateinischer Sprache
über die Schönheit des Stadt.
(red)
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Baden-Baden
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