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Baden Powell de Aquino
(1937-2000)
Der Brasilianer Baden Powell de
Aquino wurde am 6. 8. 1937 in Varre-e-Sai geboren.
Die Familie Aquino hatte eine musikalische
Vergangenheit. Der Großvater war der
Gründer des ersten Sklavenorchesters. Der
Vater, Lilo de Aquino, Schuster, Musiker und
Vorsitzender der brasilianischen Pfadfinder, nannte
seinen Sohn nach Sir Robert Baden-Powell, dem
Gründer der Pfadfinderbewegung. Drei Monate
nach Baden Powells Geburt zog die Familie in einen
Vorort von Rio de Janeiro. Im Alter von 8 Jahren
wurde Baden Powell Schüler von Jaime Florence,
genannt "Meira", einem hoch angesehenen Samba- und
Chorospieler. Dieser lehrte ihn die klassische
Gitarrentechnik. Der Unterricht dauerte 5 Jahre und
stellte die Weichen für seine spätere
Weltkarriere.
Bereits im Alter von 15 Jahren trat der scheue
Junge professionell auf. Zunächst war er
Begleiter namhafter Sängerinnen der Musica
Popular Brasileira. In der Folgezeit war er
Mitspieler und Solist in verschiedenen Jazzcombos,
die vor allem in Nachtclubs auftraten, aber auch im
Rundfunk zu hören waren. 1959 nahm er seine
erste Schallplatte auf.
Anfang der sechziger Jahre wurde sein musikalischer
Werdegang durch den Dichter und Diplomaten Vinicius
de Moraes geprägt. In der Zeit der jahrelangen
gemeinsamen Arbeit entstanden mehr als fünfzig
Kompositionen, die heute zum Repertoire der
brasilianischen Musik gehören. Im Jahr 1963
übersiedelte Baden Powell nach Paris, wo er
zwanzig Jahre lang lebte. Dort gab er im
legendären "Olympia" Konzerte. Seine 1966
produzierte Schallplatte "Tristeza on Guitar" wurde
ein internationaler Erfolg. 1967 spielte er auf den
"Berliner Jazztagen" und wurde in Deutschland
enthusiastisch gefeiert. Weitere Tourneen folgten
und führten ihn nach Japan und in die USA.
Im Jahr 1983 zog Baden Powell nach Baden-Baden, wo
er bis 1987 zürückgezogen lebte. Die
öffentlichen Auftritte und Aufnahmen wurden
seltener. Auch die Anerkennung seiner
künstlerischen Pionierleistungen für die
brasilianische Musik im eigenen Land blieb lange
aus. Erst im Jahr 1999 wählten die Leser der
Zeitung "O Globo" Baden Powell zu einem der
einflussreichsten Musiker des Jahrhunderts.
Baden Powell wird als ein Ausnahme- Instrumentalist
in Erinnerung bleiben, dessen rhythmische
Intensität, eine beachtliche
Improvisationskunst und zugleich seine
melodisch-sensible Spielweise ihn zu einem der
bedeutendsten Gitarristen seiner Zeit machten.
Baden Powell de Aquino verstarb am 26. September
2000 in Rio de Janeiro.
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