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Anton Praetorius - ein badischer Kämpfer gegen
Hexenprozesse und Folter
400 Jahre ist es her, dass ein
badischer Pfarrer den Mut fand, öffentlich
Folter und Hexenprozesse anzuprangern, und das in
einer Zeit, in der die Hexenverfolgung ihren
grausamen Höhepunkt erreichte. Die Rede ist
von Anton Praetorius. Gerade der badische Pfarrer
Anton Praetorius verdient ein besonderes Gedenken,
wie Zitate aus der Literatur zeigen:
"Unter den verdienstvollen
Männern, die im 16. und 17. Jahrhundert der
damals in Deutschland so schrecklich wütenden
Hexenverfolgung mutig entgegentraten, gebührt
eine Ehrenstelle dem wackeren Anton
Praetorius."
(Paulus, Nikolaus: Hexenwahn und
Hexenprozess vornehmlich im 16. Jahrhundert,
Freiburg im Breisgau 1910, 183 ff); zitiert von Dr.
Otto Schnettler in: Heimatblätter, Organ des
Heimatbundes für den Kreis Lippstadt,
20.7.1927
"Diese Schrift gehört zu den
wenigen, welche dem 17. Jahrhundert zur Ehre
gereichen."
"Da dieser edle Menschenfreund sehr wenig bekannt
ist, so dürfte es angebracht sein, die
Erinnerung an seine ziemlich vergessenen Verdienste
wieder aufzurichten."
(Janssen, Johannes, Pastor Ludwig:
Geschichte des deutschen Volkes seit dem Ausgang
des Mittelalters. Bd. VIII, Freiburg 1924,
S.629f)
Es würde
"selbstverständlich der Stadt Alzey
gleichermaßen zur Ehre gereichen, wenn sie
eine solche Persönlichkeit als Alzeyer
Bürger und Pfarrer zu ihrem historischen
Erbbestand zählen dürfte." "Der Name der
Stadt würde zudem auch mit einem der
engagiertesten und exponiertesten publizistischen
Gegner der Hexenverfolgungen in Verbindung gebracht
werden dürfen." "Anton Praetorius als
Verfechter der Menschenrechte in Zeiten des
Hexenwahns... begründet in christlicher
Barmherzigkeit und Nächstenliebe, gegen alle
Formen staatlich- religiösen Terrors mit den
Mitteln der Folter und Haft".
(Karneth, Rainer: Stadtarchivar von
Alzey, "Hexen, Hexenverfolgung und ein
vermeintlicher Alzeyer Kritiker: Antonius
Praetorius", Alzeyer Geschichtsblätter 30
(1997), S.63f)
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Zu seinen Lebzeiten hat
Praetorius als erster evangelischer
Pfarrer seine Stimme gegen Folter und
Hexenprozesse erhoben. Er erregte vor 400
Jahren großes Aufsehen, als er 1602
in Baden das Buch "Gründlicher
Bericht von Zauberey und Zauberern"
veröffentlichte. In seinem Buch
setzte sich Praetorius kritisch mit Folter
und Hexenverfolgung auseinander und
geißelte sie aufs heftigste mit
Argumenten aus der Heiligen Schrift.
Obwohl es gefährlich war, bekannte er
sich auf der Titelseite mit seinem vollen
Namen als Autor. Sein Buch wurde ein
Bestseller, erreichte in wenigen Jahren
vier Auflagen und wurde in ganz
Deutschland bekannt.
Von Hartmut Hegeler, Unna
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