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![]() Schröder und das neue Deutschlandbild Bundeskanzler erhält den Medienpreis Bundeskanzler Schröder hat die Medien ermahnt, bei ihrer Aufgabe der Kontrolle und Kommentierung von Politik die Grenzen zu respektieren. "Die Medien werden lernen müssen, der Versuchung zu widerstehen, sich selbst als Handelnde zu begreifen", sagte Schröder in seiner Dankesrede bei der Entgegennahme des Deutschen Medienpreises in Baden-Baden. "Aus der Jagd nach der Schlagzeile darf keine Jagd auf Menschen werden. Das schadet Ihrem Ruf als Kontrolle der Regierung", warnte Schröder. Der Kanzler bekannte sich zur Medien-Demokratie und zur herausragenden Bedeutung der Medien für die deutsche Demokratie. "Medienkanzler genannt zu werden ist in einer Demokratie nichts Schlechtes", sagte Schröder. "Bedenklich würde es erst, wenn man die Medien gefügig machte." Augenzwinkernd fügte er hinzu: "Dass ich diesen Preis bekomme, habe ich verdient." Der Vorwurf des Populismus an die Politik entlarvt nach Ansicht des Kanzlers ein "bedenkliches Demokratieverständnis". Die Legitimation durch Kommunikation sei "unerlässlich für Politik". Im Blick auf den Streit um die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften unterstrich der Kanzler: "Natürlich sollen die Medienunternehmen Geld verdienen." Es dürfe aber keine Zustände wie bei den Nachbarn Deutschlands geben, "in denen es ohne Private nicht geht. Das wollen wir nicht". Die beiden früheren Präsidenten Bill Clinton und Nelson Mandela lobten Schröder als "visionären Staatsmann", der Politik nachhaltig gestalte und mit dem sie zu ihrer Zeit entscheidende Fortschritte in der internationalen Friedenspolitik erreicht hätten. Nachdrücklich mahnten Mandela und Clinton, mit neuen und unkonventionellen Programmen die Armut in der Welt. Ausdrücklich forderte Clinton im Rechtsstreit um Anti-Aids-Medikamente amerikanische und deutsche Pharmakonzerne auf, eine Produktion der so genannten Dreifach-Medikamente in Afrika zu erlauben. Damit könne die Seuche wirkungsvoll innerhalb kürzester Zeit bekämpft und die Todesrate entscheidend gesenkt werden. 620 Gäste - darunter fast alle Größen der Medienszene und des Showgeschäfts - feierten Kanzler und Lobredner in der Baden-Badener Kongresshalle mit stehenden Ovationen. Nur Boris Becker und Altkanzler Helmut Kohl hatten kurzfristig abgesagt. Für Gerhard Schröder hatte die Auszeichnung gestern besonderen Wert. Schröder präge, lobten die Juroren - 20 Chefredakteure der deutschen Zeitungen mit der größten Reichweite -, "ein neues Deutschland-Bild", eine "neue Form im Umgang mit der Macht, den Menschen und den Medien". © Berliner Zeitung
Schröder mit Medienpreis ausgezeichnet Showstars waren reichlich als Gäste gekommen, deutsche Politiker blieben der Veranstaltung fern: Bundeskanzler Schröder hat den Deutschen Medienpreis entgegengenommen. ![]() Foto © Media Control Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist am Dienstagabend in Baden-Baden mit dem «Deutschen Medienpreis 2000» ausgezeichnet worden. Viele Prominente waren anwesend. Vertreter der deutschen Politik wurden nicht gesehen. Auch der im Wahlkampf steckende baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hatte abgesagt. Promi-Treffen Topmodel Heidi Klum war unter den ersten Gästen, Rocksänger Marius Müller-Westernhagen präsentierte sich ganz in schwarz, die schwangere Schauspielerin Veronica Ferres kam trotz ihres Badeunfalls, und in letzter Minute traf auch Thomas Gottschalk ein. Boris Becker hatte abgesagt, möglicherweise, weil Sabrina Setlur auf der Gästeliste stand, wie Kögel spekulierte. Und Setlur selbst mied demonstrativ das Spalier der Fotografen und Kameraleute - sie schlich über einen Nebengang zum Festsaal. Ehrengast Nelson Mandela, einstiger Präsident Südafrikas, würdigte Schröder als einen Staatsmann, der maßgeblich an der Schaffung einer Welt mit weniger Ungerechtigkeit und Elend mitwirke. Festredner Bill Clinton bezeichnete den Frieden als das Thema des Medienpreises. Um langfristig Frieden zu schaffen, müsse man die Ursachen von Konflikten bekämpfen - wie Unwissenheit, Armut und Krankheit. Clinton war am Dienstagmittag aus Den Haag nach Baden-Baden gekommen und ging nach einem Essen im Szenelokal «Leo's» zu Fuß durch die Innenstadt zum Hotel - zum Leidwesen seiner Leibwächter, da Clinton zahlreichen Passanten die Hände schüttelte. Schirrmacher hielt Laudatio Die Laudatio hielt überraschend der F.A.Z.-Mitherausgeber Frank Schirrmacher. Der Bundeskanzler habe, allen politischen Irrtümern zum Trotz, eine neue Modernität ins Land gebracht. «Mir scheint, dies ist der Weg in eine neue Republik», sagte Schirrmacher. Schröder sei es zu verdanken, dass sich bestehende Ängste vor dieser Republik «in Luft aufgelöst haben». Der Bundeskanzler wies in seiner Rede darauf hin, dass der Begriff Medienkanzler in einer Demokratie nicht unbedingt etwas Schlechtes sein müsse. Politik dürfe sich jedoch weder den Medien unterwerfen noch sollte sie versuchen, sich die Medien gefügig zu machen. Die Medien hätten eine wichtige Kontrollfunktion. Jedoch dürfe die Pressefreiheit nicht zur Jagd auf Menschen missbraucht werden. © Netzzeitung Lesen Sie auch: Nelson, Gerhard, Bill und Karlheinz Webseite des Deutschen Medienpreises Webseite des Bundeskanzlers |
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