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Obernai

Obernai

Obernai (dt. Oberehnheim) liegt im Département Bas Rhin und hat ca. 11000 Einwohner. Die Stadt gehört zum Verwaltungsbezirk Sélestat-Erstein am Fuß des Odilienbergs.

Die ursprünglich fränkische Stadt Obernai, soll im 7. Jahrhundert Sitz des Merowingers Athich, Graf des Elsass gewesen sein. Hier wurde seine Tochter, die Heilige Odilia geboren, deren Abtei auf dem nahe gelegenen Berg die Stadt später lange unterstandt. Da anstelle des gewünschten Sohnes Odilia, zudem noch blind, geboren wurde, wollte Athich sie töten lassen. Doch ihre Mutter ließ Odilia in das Kloster Beaume-les-Dames nach Burgund schaffen und dort taufen. Daraufhin wurde Odilia der Überlieferung nach sehend. Bruder und Mutter brachten sie nach Obernai zurück. Athich tötete daraufhin seinen Sohn. Als Athich seine Tochter zu verheiraten suchte, floh sie über den Rhein. Ein gewaltiger Felsblock rettete sie vor ihren Verfolgern. Der Legende nach schenkte Athich seiner Tochter als Zeichen seiner Reue die naheliegende Hohenburg, auf der Odilia das Kloster auf dem Odilienberg errichten ließ.

Im 12. Jahrhundert fiel Obernai in den Besitz des Heiligen Römischen Reiches und die Stadt wurde mit einer doppelten, befestigten Stadtmauer umgeben. Von 1240 bis 1648 war Obernai freie Reichsstadt, 1354 trat sie dem Elsässer Zehnstädtebund bei. Ihre Blütezeit erfuhr die Stadt im 16. Jahrhundert trotz Unruhen infolge der Reformation. Obernai überstand die darauf folgenden Jahrhunderte ohne die im Mittelalter so häufig sich verheerend auswirkenden Stadtbrände. 1679 nahm Ludwig XIV. die Stadt ein. Obernai verfügt über einen der für das Elsass typischen Renaissance-Sechs-Eimer-Brunnen von 1579. Am Marktplatz steht das zum Restaurant umgebaute ehemalige Kornhaus, erbaut 1554. Nachdem die gotische Kirche 1873 abgebrochen wurde, blieb der 60 m hohe Turm neben dem Rathaus als Kapellturm übrig. Obernai hatte einst über 20 Türme im inneren Stadtmauerring, der noch weitestgehend erhalten blieb.

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