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Dom von Mülhausen

Foto: WIKIPEDIA


BADEN-BADEN   Umgebung


Mülhausen/Mulhouse

Mülhausen (Milhüse auf elsässisch und Mulhouse auf französisch) ist eine Stadt im Osten Frankreichs. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Mulhouse im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Das Arrondissement gliedert sich in neun Kantone. Mülhausen/Mulhouse ist die größte Stadt in Haut-Rhin und nach
Straßburg die zweitgrößte des Elsass. Sie wird von zwei Wasserläufen, den Rheinzuflüssen Doller und Ill, durchquert.

Mülhausen liegt geographisch günstig an den Grenzen dreier Staaten (Frankreich, Deutschland und der Schweiz). Die Stadt liegt nicht weit von Thann entfernt, dem südlichen Tor zur elsässischen Weinstraße. Somit ist Mülhausen das Tor zum Sundgau im äußersten Süden des Elsass. Mit den Nachbarn Freiburg im Breisgau, Basel, Belfort, Montbéliard und
Colmar liegt Mülhausen im Zentrum einer mehr als zwei Millionen Einwohner zählenden Region.

Die Stadt Mülhausen wurde im Jahr 803 erstmals urkundlich erwähnt. Errichtet wurde sie auf einem oft durch Hochwasser heimgesuchten Gelände. Der Bau einer Mühle gab dem Ort seinen Namen. Ein Mühlrad ziert daher auch das Stadtwappen. Durch den Status als freie Reichsstadt im Deutschen Reich sowie durch ein Bündnis mit den Schweizer Kantonen (1515) und dem französischen Königreich blieb Mülhausen als zugewandter Ort nahezu unabhängig. Mülhausen war Mitglied im Elsässischen Zehnstädtebund (Dekapolis). Es war als unabhängige Republik bis zur Annexion durch Frankreich am 4. Januar 1798 Mitglied der Eidgenossenschaft.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts gewannen chemische und mechanische Industrien an Bedeutung. Im Jahr 1746 begann mit der Gründung einer Textildruckmanufaktur die industrielle Entwicklung der Stadt. Mülhausen entwickelte sich zu einer erfolgreichen Industriestadt und gilt als Manchester Frankreichs. Mülhausen unterhält bevorzugte Beziehungen mit Louisiana, von wo es Baumwolle importiert.

Mit Bezug auf die Größe der Stadt ist das historische Zentrum sehr klein, da die Stadtentwicklung erst sehr spät einsetzte.

Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 wurde Mülhausen und das gesamte Elsass in das Deutsche Kaiserreich integriert. 1919 kehrte Mülhausen an Frankreich zurück.

Mülhausen besteht aus einer Unter- und einer Oberstadt.
Die Unterstadt war früher das Viertel der Händler und der Handwerker. Sie entwickelte sich um den Place de la Réunion (Platz der Wiedervereinigung). Nur noch sehr wenige Häuser aus dem Mittelalter und Reste der ehemaligen Stadtmauer sind in Mülhausen zu finden. Heute ist die Unterstadt um den Platz der Widedervereinigung und dem Dom Fußgängerzone.

Die Oberstadt entstand im 13. Jahrhundert. Verschiedene Mönchsorden siedelten sich dort an, insbesondere die Franziskaner, Augustiner, Klarissen und die Malteser.

Das Neue Viertel ist das früheste Beispiel einer geplanten Urbanisierung, die in Mülhausen ab 1826 nach der Zerstörung der Stadtmauern erfolgte (wie in zahlreichen französischen Städten). Es konzentriert sich um den Platz der Republik. Sein Netzwerk an Straßen mit dreieckigen Wohnflächen ist ein hervorragendes Beispiel gelungener Stadtplanung der Architekten G. Stolz und Félix Fries. Dieses Viertel wurde von den reichen Familien der industriellen Arbeitgeber bewohnt, die meistens liberaler und republikanischer Gesinnung waren.

Das Rebberg Viertel zeichnet sich durch vornehme Villen aus, die den säulenartigen Residenzen der Baumwollzüchter in Louisiana ähneln und von diesen inspiriert wurden. Man findet dort aber auch Häuser englischer Inspiration: die Reihenhäuschen, gebaut als Resultat der großen Verbundenheit mit Manchester, als die Unternehmerfamilien ihre Söhne zum Studium dorthin schickten. Der Rebberg war früher der Weinberg der Stadt Mülhausen (daher der Name Rebberg).

In Mülhausen entstand ab 1853 die erste Arbeitersiedlung Frankreichs. Sie war das Ergebnis eines raschen Bevölkerungsanstiegs in den Jahren 1800 bis 1850 von etwa 5.000 auf 30.000 Bewohner. Es entstanden insgesamt 1.240 Gebäude für ungefähr 10.000 Bewohner.

Das Rathaus wurde 1553 im rheinischen Renaissance-Stil gebaut. Montaigne bezeichnet es 1580 als "großartigen Palast, der ganz vergoldet wäre". Im Inneren finden sich verblüffend naturgetreue Gemälde, die in Allegorien die Laster und Tugenden darstellen. Die Fresken im Rathaussaal bezeichnen die Wappen der Schweizer Kantone, mit denen die Stadt verbunden war.

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