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Waldstadt
Es ist bereits während des Lesens der ersten
Seiten zu ahnen, dass es Oskar Lindt und seinem
Ermittlungsteam außerordentlich schwer
gemacht werden wird, ihre gewohnte
hundertprozentige Aufklärungsquote zu
erreichen. Es nützt auch nichts, dass
Oberstaatsanwältin Lea Frey auf rasche
Ergebnisse drängt. Die eigens eingerichtete
SOKO „Waldstadt" kommt im Fall der beiden Toten,
die innerhalb zweier Wochen im Juni/Juli im
Karlsruher Hardtwald mit einer Drahtschlinge
ermordet wurden, trotz intensiver Fahndungsarbeit
nicht weiter. Klar wird nur, dass der Täter
psychisch gestört sein muss, weswegen ein
Polizeipsychologe vom Landeskriminalamt
Baden-Württemberg in die Arbeit eingebunden
wird.
Dem Leser bleibt die seelische Ausnahmesituation
des Täters indes von Anfang an nicht
verborgen. So schlängeln sich die SOKO-Arbeit
und die Aktivitäten des Schlingenmörders
umeinander herum. Die Spannung wird dadurch
geschickt erhöht, auch wenn dies zu Lasten
Oskar LIndts und seiner „Getreuen" Paul Wellmann
und Jan Sternberg geht. Denn entgegen ihres bislang
gepflegten verstärkten Einsatzes ihrer „grauen
Zellen", scheint ihnen die lähmende
Sommerhitze Karlsruhes deren intensive Nutzung zu
verwehren. „Mein Gehirn löst sich langsam
auf." gibt der zur Leibesfülle neigende
Kripochef erschöpft von sich. Er kapituliert
allerdings nicht, sondern will des Mörders,
dessen Opferzahl sich um zwei im Schwarzwald
gemeuchelte Männer erhöht hat, durch die
bestmögliche Nutzung aller zur Verfügung
stehenden Mittel habhaft werden.
Großeinsätze der Bereitschaftspolizei
und Einschalten der Medien führen jedoch zu
keinem befriedigenden Resultat, sondern beim
Täter eher zur Verfeinerung seiner
Vorgehensweise. Verwunderung kann sich
einschleichen oder gar Mitleid mit dem
passionierten Pfeifenraucher Oskar Lindt und seiner
Crew. Denn obwohl bereits September geschrieben
wird und die Hitze sich verzogen hat, scheint die
volle Funktionstüchtigkeit ihrer Gehirne noch
nicht erreicht zu sein. Im Hardtwald ist das
fünfte Mordopfer zu beklagen.
Aber der Instinkt einer kleinen weißen
Jack-Russel-Hündin funktioniert bestens und
sorgt dafür, dass das Tier den Täter bei
seinem sechsten Mordanschlag gewissermaßen
zur Strecke bringt und Oskar Lindt seine
hundertprozentige Aufklärungsquote erzielt. So
verblüffend das Ende dieses Krimis ist, so
sicher ist, dass der Versuchung, die Geschichte
ohne Unterbrechung zu lesen, nur sehr schwer
widerstanden werden kann.
Das Buch ist im Gmeiner- Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Waldstadt
Oskar Lindts vierter Fall
Bernd Leix
222 Seiten, broschiert, Gmeiner
Verlag

Oskar Lindts erster Fall:
Bucheckern >
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Zuckerblut >
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Hackschnitzel >
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