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Stadtmarketing
Städte befinden sich im
Wandel. Die Kommunalfinanzen sind in der Regel
alles andere als rosig. Der Wettbewerb um
Unternehmen, Touristen, Veranstalter und
Fördergelder nimmt zu, während
traditionelle Standortfaktoren an Bedeutung
verlieren. Deshalb erscheint es keineswegs ein
abwegiges Unterfangen zu sein, sich der Frage
anzunehmen, inwieweit das in Unternehmen
praktizierte Marketing auf Kommunen
übertragbar ist oder sein kann.
Auf der Grundlage des Unternehmens-Marketings und
unter Berücksichtigung des Unterschieds
zwischen auf Gewinn ausgerichteten Unternehmen und
Kommunen als Gebietskörperschaften mit
Hoheitsrechten und Pflichtaufgaben, welche die
Stärkung des Allgemeinwohls zum Ziel haben,
wird Punkt für Punkt des
betriebswirtschaftlichen Marketingprozesses auf
Städte übertragen und die
Praktikabilität geprüft:
Situationsanalyse, die Zielgruppe, Produkt,
Konkurrenz und Position unter die Lupe nimmt,
Zieldefinition, Marketingstrategien, operative
Maßnahmen, Umsetzung und Kontrolle.
Durch leicht verständliche Formulierungen und
Schaubilder wird selbst Laien klar, wie Marketing
an sich funktioniert und wie die
Überprüfung dessen Übertragbarkeit
auf die Kommunen vonstatten geht.
Bieten die Ausführungen zur Situationsanalyse
bereits interessante Aspekte, so wird die
Auseinandersetzung mit der Zieldefinition so
manchen Stadtstrategen viel Nachdenkenswertes
liefern. Dort ist nämlich unter anderem die
Rede von der Notwendigkeit der Formulierung eines
geordneten langfristigen Zielsystems, von Visionen,
welche die Städte brauchen, um Vorstellungen
zu entwickeln, wie der Ort der Zukunft sein will
und sein kann.
Die Marketingstrategien als taktischer Spielraum
für operative Marketinginstrumente
präsentieren eine Reihe
diskussionswürdiger Alternativen, während
die Beschäftigung mit den operativen
Instrumenten Beispiele zur Produkt-, Verteilungs-,
Preis- und Kommunikationspolitik liefern.
Ausgesprochen bemerkenswert sind die
Ausführungen zu den Grenzen und Problemen im
Stadtmarketing, die unter anderem feststellen, dass
sich die mangelnde Flexibilität einer Stadt in
der fehlenden Bereitschaft, traditionelle
Verhaltensweisen abzulegen und neue Erfordernisse
zu akzeptieren, ausdrückt; oder aber, dass die
Motivation, am Stadtmarketing teilzunehmen, bei
vielen Akteuren unterschiedlich sei.
Eines wird bereits zu Beginn der Lektüre
deutlich:
"Stadtmarketing gibt die Möglichkeit, in einem
geordneten, offenen Verfahren aus individuellen
Wünschen, Zielen und Interessen durch offene
Kommunikation die gemeinsame Vision und die Ziele
für die Entwicklung des Unternehmens Stadt zu
vereinbaren. Auf der Basis dieser gemeinsamen Ziele
ist für jeden einzelnen Entscheider
individuelles, jetzt aber abgestimmtes Verhalten
möglich."
Insofern ist dieses Praxishandbuch für
kommunales Management nicht nur Kommunalpolitikern
zur Pflichtlektüre aufzugeben, sondern
darüber hinaus all denjenigen dringend zu
empfehlen, die sich produktiv zum Wohl ihrer Stadt
einbringen wollen.
Das Buch ist im VDM Verlag Dr.
Müller erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Stadtmarketing. Praxishandbuch für
kommunales Management
Von Tino Koch
128 Seiten, broschiert, VDM Verlag Dr.
Müller
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