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Schlussakt
Dass sich Max Koller jemals für eine
Opernaufführung interessieren würde,
kommt sicherlich all denjenigen nicht in den Sinn,
die den eigenwilligen Heidelberger Privatermittler
aus Marcus Imbsweilers Debütkrimi Bergfriedhof
als konzentrierten Schachspieler in seiner von
allerlei nicht alltäglich anmutenden
Zeitgenossen besuchten, verräucherten
Stammkneipe kennen.
Aber er tut es. An einem Donnerstagabend besucht er
mit seiner Exfrau eine Aufführung der Hochzeit
des Figaro im Heidelberger Stadttheater,
allerdings, Koller-Kenner werden es vermuten, aus
dienstlichen Gründen. Nach der Opernpremiere
samstags zuvor war nämlich im Dienstzimmer des
Geschäftsführers des Philharmonischen
Orchesters die Leiche dessen gewesener Freundin von
eben diesem gefunden worden. Dadurch unter
höchsten Verdacht geraten, erhält er
gleich von zwei Seiten Schützenhilfe, von Max
Kollers Freund, dem Lokaljournalisten Marc Covet
und von der Vorsitzenden des Fördervereins der
Freunde des Musiktheaters. Der eine will Schaden
von seinem Freund Bernd Nagel abwenden, die andere
Schaden von der Heidelberger Musikszene. Max Koller
soll's richten und möglichst viele Fakten
zusammentragen, die Bernd Nagel entlasten.
Auf eine die Lachmuskulatur sehr häufig in
Bewegung setzende Art lässt der "Privatflic"
an seinen Recherchen, Gedanken und Erlebnissen im
winterlichen Heidelberg teilhaben, Fehlschläge
und hochbrisante Zusammentreffen mit Polizisten
inbegriffen.
Des ermittelnden Kommissars Auffassung, klassische
Musik und echter Mord passten nicht zusammen, wird
von Max Koller ebenso bezweifelt wie von den
Geschehnissen widerlegt. Bis zu dessen
spektakulärem Opernbesuch werden nämlich
noch zwei weitere Menschen, Musiker, und zwar der
Generalmusikdirektor und der Erste Klarinettist,
gemeuchelt. Motiv unklar.
Wie Max Koller die Zusammenarbeit mit den beamteten
Ermittlern pflegt und ihnen Erfolg beschert ist
ebenso lesenswert wie spannend und
verblüffend. Marcus Imbsweilers Sprachwitz und
Sprachgewandtheit machen dabei auch nicht vor
menschlichen Schwächen und Eitelkeiten oder
beispielsweise vor Heidelbergs positiven und
negativen Eigenheiten oder der Medienlandschaft
halt. Weswegen dieses höchst unterhaltsame
Gemisch aus Fantasie und Realität die
Lektüre nur ungern unterbrechen lässt und
darüber hinaus zu wiederholtem Lesegenuss
verführt.
Das Buch ist im Gmeiner-Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Schlussakt
Marcus Imbsweiler
467 Seiten, Broschur, Gmeiner Verlag

Max Kollers erster Fall:
Bergfriedhof >
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