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Paracelsus
Arzt und Prophet
Theophrastus
Bombastus von Hohenheim hat nicht nur zu seinen Lebzeiten
im 16. Jahrhundert die Gemüter seiner
Zeitgenossen bewegt und erregt, sondern die der
Nachfolgegenerationen ebenfalls in Bewegung
gehalten - bis auf den heutigen Tag, denn sonst
hätte Pirmin Meiers Buch über Paracelsus'
Leben und Wirken nicht innerhalb von 12 Jahren
bereits fünf Auflagen erfahren. Und dies nicht
zu Unrecht, möchte man meinen.
Es ist einfach fesselnd, mit welcher für Laien
verständlichen "Leichtigkeit" der Autor die
Lebensstationen des "Luther der Medizin" lesbar
erlebbar macht und der Resonanz, die Paracelsus
Gedanken und Schriften bis in die Neuzeit erfahren,
nachgeht. Er kann dabei aus dem Vollen
schöpfen, denn Paracelsus selbst hat ungemein
viele Schriften verfasst, in welchen er seine
naturphilosophischen, heilkundlichen,
religiösen und naturwissenschaftlichen
Gedanken formulierte. Darüber hinaus ist ihm
in einer Vielzahl von Schriften, unter anderem von
keinem geringeren als Johann Wolfgang von Goethe,
aber auch von Oskar
Rößler und Reinhold
Schneider Tribut gezollt worden.
Diese Fülle, die ein 35seitiger Quellen-Anhang
belegt, sortiert Pirmin Meier nach bestimmten
Gesichtspunkten, die in den Überschriften der
24 Kapitel zum Ausdruck kommen. Auf diese Art
gehorcht die umfassende Biografie nicht einer
starren Chronologie der Lebensabfolge dieses
außergewöhnlichen Menschen, sondern sie
weist auch den Autor als wahren Spezialisten
bezüglich seines Protagonisten aus.
Spezialist muss man allerdings nicht sein, um die
unrühmliche Rolle, die der badische Markgraf
Philipp I. im Leben des Theophrastus Bombastus von
Hohenheim gespielt hat, zu kennen. Der
Landesfürst, an Ruhr erkrankt, hat dem damals
33jährigen, der ihn von seinem Leiden befreit
hat, das vereinbarte Honorar vorenthalten. Dies ist
auch von Pirmin Meier zu erfahren, ebenso wie
Paracelsus' Interesse an den heilenden Quellen des
badischen Residenzstädtchens.
Im letzten Hauptteil des Buches zitiert Pirmin
Meier im Kapitel "Der Paracelsus der Gelehrten,
Ideologen und Forscher" seinen Schweizer Landsmann,
den Psychiater Carl Gustav Jung, der zu Paracelsus
meinte: "Man kann ihm nicht gerecht werden: man
kann ihn nur immer unter- oder
überschätzen." Selbst wenn dem so ist,
überschätzt man Pirmin Meiers
ausführliche Annäherung an Paracelsus
sicher nicht, wenn man ihr exzellente Qualität
bescheinigt.
Das Buch ist im Ammann Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Paracelsus
von Pirmin Meier
Gebundene Ausgabe, 488 Seiten, Ammann
Verlag

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