|
Königsdrama
Straßburg nimmt zwar nicht
die Schauplatz-Hauptrolle im Königsdrama ein,
wird aber mit seinem imposanten Münster und
der für die elsässische Metropole
typischen Lebensart durchaus anziehend geschildert,
weswegen schon Wehmut über den Wechsel ins
badische Mannheim als Hauptschauplatz aufkommen
kann.
In Straßburg ist allerdings der Anstoß
zu dem sich entwickelnden Geschehen zu finden.
Sex, drugs and crime beherrschen dieses Geschehen
und - Shakespeare.
Eine namhafte Theaterkritikerin wird erdrosselt in
Mannheims Käfertaler Wald gefunden. Der
ermittelnde Kommissar unterhält ein
außereheliches Verhältnis zu der
Schwester Alicia Ahernes, einer
Porträtmalerin, die just in Straßburg
das Opfer Wochen vor seinem gewaltsamen Ableben
gemalt hat.
Weil die Tote Drogen im Blut hatte, schließt
der Leiter des Dezernats 11, Kapitalverbrechen, auf
eine Verbindung zur Drogenszene, die er unter
anderem im Mannheimer
Nationaltheater wähnt. Der Fantasie der
Autorin entspringt daraufhin der Gedanke, den
Kommissar die Schwester seiner Geliebten,
nämlich Alicia Aherne, auf die Theaterleute
ansetzen zu lassen, mit der Drohung, ihre Schwester
zu verlassen, falls die Malerin nicht auf sein
Ansinnen eingehe.
Zu erfahren ist hierdurch Etliches, vom Leben der
Schwestern, vom Leben der Theaterleute, vom gerade
angelaufenen Shakespeare-Projekt samt
elisabethanischer Epoche in England.
Vordergründig wird der Frage nachgegangen, ob
Shakespeare wirklich all die famosen Stücke
und Sonette verfasst hat.
Hintergründig arbeiten sich die Polizei und
die Literaturbewanderten Schwestern relativ
getrennt der überraschenden Lösung des
Kriminalfalls entgegen.
Selbst Alfred Hitchcock bekommt eine winzige
Nebenrolle eingeräumt, indem von ihm zu lesen
ist: "Ich glaube, mit dem war nicht gut Kirschen
essen."
Gut vorstellbar, dass der Altmeister der
Thriller-Inszenierungen entsprechend seiner
Auffassung: "Das Drama ist ein Leben, aus dem man
die langweiligen Momente herausgeschnitten hat."
dieses Königsdrama kritisch gewürdigt
hätte.
Das Buch ist im Gmeiner Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
|
|

Königsdrama
Eva Klingler
374 Seiten, broschiert, Gmeiner Verlag
|
|