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Der Magier am Dirigentenpult
Felix Mottl
"Dirigieren könne man nicht lernen. Entweder
man könne es - oder man könne es nicht."
wird Felix Mottl, begnadeter Dirigent und
leidenschaftlicher Musiker, von Frithjof Haas in
Zusammenhang mit dessen ersten öffentlichen
Auftritt als Dirigent, als er 1875 das Orchester im
böhmischen Kurort Teplitz ohne vorherige Probe
erfolgreich leitete, zitiert. "Größte
Seligkeit" bereitete ihm dies, vertraute der junge
Musiker seinem Tagebuch an.
Über Jahrzehnte hinweg hat Felix Mottl
Tagebuch geführt. Diese Tagebücher und
andere Quellen hat Frithjof Haas ausgewertet und
die Biografie eines Mannes, der sein Leben
spannender, mitreißender und auch
unterhaltsamer Musik verschrieben hat,
erarbeitet.
23 Jahre dieses Lebens verbrachte Felix Mottl im
Dienste des badischen Großherzog Friedrich
I., der den damals 24jährigen als
Hofkapellmeister verpflichtet hatte, wohl kaum
ahnend, dass dieser Karlsruhe zu einem Musikzentrum
vom Weltrang würde werden lassen, wodurch die
Karlsruher
Musikgeschichte nachhaltig geprägt werden
würde.
Die Entwicklung des musikalisch begabten Knaben hin
zu einem der gefragtesten Dirigenten seiner Zeit
wird ebenso sachkundig erzählt wie die
Entwicklung Karlsruhes zu einer Musikstadt, die
dabei war, anderen renommierten Städten, wie
beispielsweise Paris, den Rang abzulaufen. Felix
Mottl sorgte für Aufmerksamkeit, indem er von
Saison zu Saison ein anspruchsvolles Musikprogramm
erarbeitete, in welchem er auch Ur- und
Erstaufführungen präsentierte, welche die
Musikwelt Europas aufhören ließ.
Frithjof Haas berichtet souverän in
flüssigem Stil über diese Zeit, in
welcher eine Vielzahl renommierter aber auch junger
Musiker in Karlsruhe Station machten und zu einer
Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt und
der Region beitrugen.
Dem Leser, der es gewohnt ist, einen Tonträger
seiner Wahl in ein Abspielgerät zu legen und
dieses anzuschalten, um dadurch eine mehr oder
weniger gelungene Opern- oder
Konzertatmosphäre zu erreichen, wird sehr
deutlich bewusst, dass zu Zeiten der Herren Liszt,
Wagner, Dessoff, Brahms und Mottl derlei technische
Ausstattung noch nicht vorhanden gewesen ist.
Musikliebhaber mussten teilweise weite Reisen
hinter sich bringen, um entweder ihre
Lieblingsmusik zu hören oder eine musikalische
Neuheit zu erleben. Und sie taten diese
verstärkt nach Karlsruhe oder an die Orte, wo
Felix Mottl als Gastdirigent auftrat. Es kann
resümiert werden: Der Autor schildert den
Aufstieg Felix Mottls zum europäischen
Star.
Dieser abwechslungsreiche, anstrengende,
künstlerisch anspruchsvolle Aufstieg ist durch
viele Tagebuchzitate und Zitate von Felix Mottls
Wegbegleitern mitzuerleben, wobei auch in der Musik
nicht unbedingt Bewanderte ihre Freude an den
Schilderungen von spontanen Festkonzerten, Konzert-
und Opernaufführungen oder einfachen
Begebenheiten im künstlerischen oder
Alltagsbereich haben und viele interessante
Einblicke erhalten können.
Drei Exkurse über Felix Mottl den Dirigenten,
den Komponisten, den Bearbeiter komplettieren die
mit etlichen Abbildungen angereicherte Biografie,
die mit einer Zeittafel und einem
ausführlichen Personenregister
abschließt.
Das Buch ist im Info-Verlag erschienen.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Der Magier am Dirigentenpult
Felix Mottl
Von Frithjof Haas
440 Seiten, 69 Abbildungen, Fadenheftung,
Festeinband mit Schutzumschlag, Info
Verlag

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