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Die Zeit nach dem Krieg:
Städte im Wiederaufbau
Die zwölfjährige
Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und
der verheerende Zweite Weltkrieg haben nicht nur
Millionen von Menschen das Leben gekostet oder sie
zu Flüchtlingen gemacht, sondern Deutschland
in eine Trümmerwüste verwandelt, deren
Ausmaß für Nachkriegsgenerationen kaum
mehr vorstellbar ist, ebenso wenig wie das Leben im
von den alliierten Staaten besetzten
Deutschland.
Die Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg lässt in ihrem 37. Band
der Schriften zur politischen Landeskunde am
Beispiel von 15 Städten im heutigen
Baden-Württemberg an den letzten Kriegstagen,
der Besetzung durch Franzosen oder US-Amerikaner
und der Schaffung demokratischer Verhältnisse
teilhaben.
In alphabetisch geordneter Reihenfolge wird von
ausgewiesenen Fachleuten unter anderem über
die Hauptstädte der von den
Besatzungsmächten willkürlich gebildeten
Länder Baden, Württemberg-Baden und
Württemberg-Hohenzollern berichtet.
Den Anfang macht indes Baden-Baden, die Kurstadt,
die zur Hauptstadt der französischen
Besatzungszone wurde. Die Besonderheiten, mit denen
neben der miserablen Versorgungslage
zurechtgekommen werden musste, werden klar heraus
gearbeitet und beeindrucken nicht weniger als die
Ausführungen aller weiteren Autorinnen und
Autoren über die Bestrebungen des
Wiederaufbaus, über die Meisterung des
Problems, Grundbedürfnisse wenigstens
annähernd zu sicher, über
Entnazifizierungsmaßnahmen und einen sich
allmählich einstellenden politischen
Neuanfang, sowie den Beginn kulturellen und
gesellschaftlichen Lebens. Fotografien jener Zeit,
wie beispielsweise des von Ruinen umgebenen
Freiburger Münsters oder der zerstörten
Freudenstädter Arkaden, von
Flüchtlingslagern und Schulspeisungen,
ergänzen die Fülle der bedrückenden
Fakten und die Schilderungen der enormen
Anstrengungen, lebbare Alltagsbedingungen zu
schaffen.
Damit ist dieses Buch nicht nur eine wichtige
Dokumentation der Übergangszeit vom Krieg zum
Frieden im deutschen Südwesten, sondern
erhält die Qualität eines geschriebenen
Mahnmals: Nie wieder Diktatur, Rassenwahn und
Krieg!
Das Buch ist broschiert über die Landeszentrale für politische
Bildung Baden-Württemberg zu beziehen, mit Festeinband
über den Kohlhammer Verlag.
Rezension:
Rika Wettstein, Baden-Baden
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Karl Moersch und Reinhold Weber
Die Zeit nach dem Krieg: Wiederaufbau in
Südwestdeutschland
420 Seiten, gebundene Ausgabe, Kohlhammer
Verlag
Inhalt:
Kurt Hochstuhl
Baden-Baden französische Stadt an
der Oos
Christof Strauß
Freiburg im Breisgau als Hauptstadt des
Landes Baden der Not geschuldet, die Not
verwaltend
Renate Karoline Adler und Maria
Heidebrecht
Freudenstadt der Wiederaufbau einer
Stadt
Jürgen Oellers und Hartmut
Semmler
Friedrichshafen Wiederaufstieg einer
Industriestadt zwischen Demontage und
Kommunalisierung
Philipp Gassert
Heidelberg, die Unversehrte? Neubeginn,
Rekonstruktion und konservative
Modernisierung 19451952
Christhard Schrenk
Heilbronn nach dem Krieg wie Phönix
aus der Asche
Manfred Koch
Karlsruhe Landeshauptstadt oder
Aschenbrödel?
Peter Hölzle
Konstanz oder Constance-sur-Mer? Segen
und Fluch der Randlage
Karl Moersch
Ludwigsburg Ende und Wende in der
Garnisonsstadt
Andrea Hoffend
Mannheim, die Kurpfalzmetropole "Unsere
erste Aufgabe: bauen und abermals
bauen"
Christian Groh
Pforzheim von einer
Trümmerwüste zum modernen
Stadtbild
Hans-Georg Wehling
Reutlingen Kontinuität und Bruch
nach 1945
Harald Schukraft
Stuttgart nach dem Zweiten Weltkrieg
Neubeginn auf Trümmern
Benigna Schönhagen
Tübingen als Landeshauptstadt
19451952 So viel Anfang war nie
Frank Raberg
Ulm Untergang und Neuanfang in doppelter
Randlage

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