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Debüt im Festspielhaus

„Wenn Mahler poco ritardando schreibt, ist das poco und nicht moltissimo", sagt er. Und: „Man kann […] in der sinfonischen Musik beobachten, wie sich manche Interpreten mit ihren privaten Gefühlchen bei Mahler oder Schubert in der Vordergrund spielen. Das ist absolut nicht in Ordnung." Privates in den Vordergrund zu stellen, das ist seine Sache nicht. Christoph von Dohnányi setzt vielmehr auf Werktreue und kontinuierliches Arbeiten mit dem Orchester. („Ich bin jemand, der sehr auf Intonation und Klangbalance aus ist.") Und der Erfolg gibt ihm Recht. Als einer der letzten Grandseigneurs der internationalen Spitzendirigenten hat er die großen Orchester Europas und der USA geleitet. Als Operndirigent gastierte er an den großen Häusern der Welt wie Covent Garden in London, der Mailänder Scala, der New Yorker Met, der Opéra Bastille in Paris, der Oper Zürich, der Wiener Staatsoper sowie bei den Salzburger Festspielen. Seit Beginn der Saison 2004/2005 hat Dohnányi die Position des Chefdirigenten beim NDR Sinfonieorchester übernommen, das für seinen weichen und abgerundeten Klang - in vollkommener Balance - international bekannt ist. „Es ist innerhalb der deutschen Orchesterlandschaft eines der erstklassigen Institute" (Dohnányi). Bei seinem Festspielhaus-Debüt setzt Christoph von Dohnányi mit Schumanns schwungvoller „Frühlingssinfonie", die ihren authentischen Namen vollkommen zu Recht trägt, auf das große spätromantische Repertoire. Nach der Pause folgt mit Richard Strauss' Tondichtung „Ein Heldenleben" op. 40, dem selbstironischen Portrait des Komponisten als genialem Kunsthelden, ein Werk das ein gewaltig besetztes und zugleich hochvirtuoses Orchester erfordert. (So hat etwa der Erste Konzertmeister mitten im Orchesterepos ein komplettes Solokonzert zu bewältigen, wenn er die Lebensgefährtin des Helden auf der Violine portraitiert.) Bissiger als in Strauss' Opus 40, das der Komponist als frischgebackener Erster Königlich Preußischer Hofkapellmeister am 27. Dezember 1898 in Berlin-Charlottenburg vollendete, kann man seine „Widersacher" - die Kritiker jener Zeit - kaum musikalisch karikieren: mit jämmerlich piepsenden, schnarrenden und gurgelnden Holzbläserklängen, für deren Klangbild der konservative Zeitgeist den Kampfbegriff „Kakophonie" erfunden hatte. Ein musikalisch-autobiographisches Kabinettstück ist demgegenüber der zweitletzte Abschnitt der Komposition: Mit Zitaten aus „Don Juan", „Also sprach Zarathustra", „Tod und Verklärung", „Macbeth" und „Don Quixote" zieht Strauss eine schöpferische Bilanz seines bisherigen Schaffens. (PR)

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN
CHRISTOPH VON DOHNÁNYI

STRAUSS: „EIN HELDENLEBEN"
SONNTAG, 23. NOVEMBER 2008, 18 UHR

Christoph von Dohnányi Dirigent
NDR Symphonieorchester

Robert Schumann
Sinfonie Nr. 1 B-Dur Op. 38, „Frühlingssinfonie"

Richard Strauss
„Ein Heldenleben" Op. 40

Tickets unter
www.festspielhaus.de

Programm Festspielhaus>


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